
Horst Gläsker
*1949 in Herford, lebt in Düsseldorf und Kassel Professor für Bildende Kunst
Scala
Holsteiner Treppe
Individuelle Mythologie, Verwurzelung in der Tradition der Groteske, die Suche nach dem „Anderen“ – Horst Gläskers künstlerische Spurensuche führt den Betrachter zumeist in eine Welt, die sich neben der Alltagslogik aufbaut. Wesentlich für sein Vorgehen ist der spezifische Zugriff auf Vorgefundenes. Gläsker betreibt Spurensuche und hinterlässt dabei selbst Spuren, die wiederum zu verborgenen Geschichten und Träumen führen.
Die Methode seiner archetypischen Grundlagenforschung in Wuppertal ist minimalistisch. Zusammen mit Margret Masuch hat der in Düsseldorf lebende Künstler den 112 Stufen der Holsteiner Treppe in neun Abschnitten neun menschliche Lebensphasen zugeordnet. Der in bunten Farben gestaltete Lebensweg ist nur im Heraufsteigen lesbar. Der Aufstieg beginnt mit dem Wort „Glück“ und endet mit dem Wort „Mut“. Die Stufenfolgen ermöglichen die Imagination ganz unterschiedlicher Zusammenhänge: „Freundschaft“ und „Feindschaft“, „Liebe“, „Wut“, „Wahn“ und „Neid“, „Treue“ und „Verständnis“. Die Geschichten verändern sich, je nachdem welchen Farbwert man fixiert. Korrespondenzen mit verwandten Farben entstehen und lösen sich auf. Durch den Kontrast der Komplementärfarben treten manche Worte hervor, andere weichen zurück, wieder andere bilden mit dem darunter liegenden Farbwert eine monochrome, fast unauffällige Fläche. Wortzusammenhänge werden durch Farbwerte gebildet, beginnen ein Eigenleben zu führen und verdichten sich zu neuen Geschichten: In der „Weite“ des Blickes, der den „Mut“ gibt, die Treppen wieder hinab zu steigen, ist der Gipfel erreicht. Der Abstieg gibt dem Betrachter die Freiheit, in der Reflexion und freien Selbsterfindung das „Glück“ aus dem „Mut“ abzuleiten.
Weitere Informationen
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www.horst-glaesker.de
Videopodcast
Horst Gläsker - 100 Stufen zum?
Autor: Burkhard Rosskothen (einfallsreich tv)
Länge: 4:27 min
August 2006




