
2. August bis 14. September 2008 in Bonn
Artur Klinow (geb. 1965)
lebt und arbeitet in Minsk, Weißrussland
Artur Klinow hat von der Architektur zur bildenden Kunst gewechselt und ist bekannt als ein Künstler, der gesellschaftskritische Fragen stellt, die ihn nicht nur in Weißrussland immer wieder in prekäre Situationen bringen. Er gehört einer unbequemen intellektuellen Elite an und lässt es sich als Künstler nicht nehmen, mit Sarkasmus, aber auch mit feiner Ironie seinen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung zu leisten.
Bekannt geworden ist er mit seinen raumgreifenden Strohinstallationen. Die Architekturfotografie seiner Heimatstadt Minsk wird hier zum ersten Mal präsentiert. Arthur Klinow schreibt zu seinem Buch Sonnenstadt der Träume: „Wer zum ersten Mal nach Minsk kommt ist irritiert und überwältigt von den riesigen Boulevards, den endlosen Parks mitten im Zentrum, den vielen mit sonderbarem Dekor reich verzierten Palästen. Die absurde Atmosphäre dieses Ortes, in dem man sich wie ein Held Kafkas, Canettis oder Charms’ fühlt, ist heute nach der Niederschlagung der Weißrussischen Oppositionsbewegung greifbarer denn je. Von den Sowjets als ideale Stadt, als Verwirklichung der kommunistischen Utopie entworfen, hat Minsk sich in einen Raum des absurden verwandelt: architektonisches Monument einer Stadt des Glücks und Ausdruck der Unmöglichkeit, es zu erlangen.“
"Sonnenstadt der Träume" von Artur Klinow (Fotos: Artur Klinow)
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