
"Inneren Reichtum gewinnen wir nur durch eine Haltung, die von Humanität geprägt ist und aus der wir unser Leben und Lebensumfeld gestalten. In der Abstraktion all dessen, was uns dabei begegnet und mit dem wir uns auseinander setzen, findet man den Blick fürs Ganze. Dabei gehört die Entdeckung des Einfachen und der Kraft, die darin steckt, zu den schönsten Erkenntnissen. Kommen Offenheit, Eigeninitiative und die Übernahme persönlicher Verantwortung hinzu, ist dies der sichere Weg zur Angstfreiheit und zum Erfolg."
Carl Richard Montag
Vita
Carl Richard Montag erlebte 1945 als 16jähriger den Zusammenbruch des "Dritten Reiches" und die Öffnung zur freien Welt. Angstlosigkeit, Kreativität und Durchsetzungskraft wurden ihm vorgelebt von seiner Mutter, seinen Lehrern und Freunden. Hinzu kamen seine Begeisterung für Natur und Geschichte ebenso wie seine Faszination für Musik und Kunst. 1943 erhielt er als Teilnehmer am sogenannten "Musischen Wettbewerb" ein Stipendium für die Bildhauerklasse der HfBK Berlin, eine besondere Auszeichnung für einen Jungen aus dem Sauerland. 1946-1949 besuchte er die Werkschule Münster und übernahm 1950 den väterlichen Handwerksbetrieb, der sich mit Raumgestaltung befasste. Er heiratete 1955 Elisabeth Hano, die 1989 verstarb. Ihrem Gedenken ist die erste Stiftung - die Elisabeth Montag Stiftung (seit 2006 Montag Stiftung Bildende Kunst) - gewidmet. Seit 1997 ist er mit Hella Michalik verheiratet.
Humanes Bauen
Carl Richard Montags unternehmerische Initiativen im Bereich des Bauens und der Architektur gehen zurück auf das Jahr 1968 und die Gründung der Bauträgergesellschaft Hausbau Invest (HBI) in Köln und des eigenen Architektur- und Ingenieurbüros "bauform" 1979. In seiner Funktion als Bauherr und Generalplaner leitete er eine Vielzahl großer Bauvorhaben in der Bundesrepublik. Das umfangreichste Bauvorhaben in letzter Zeit ist der T-Mobile Campus mit seinen 5.000 Arbeitsplätzen in Bonn. Gleichzeitig dient es als aktuelles Sinnbild für das konsequente Engagement von Carl Richard Montag für humanes Leben und Bauen.
Der andere Weg
Diese geistig-ethische Grundhaltung zieht sich durch all seine Projekte. Es ist die Verantwortung für das Ganze, der „andere Weg“ zur Entwicklung eines optimalen Ergebnisses. Er entsteht aus der Kraft des Einfachen, mündet aber auch in dieses Einfache ein als konkrete Verdichtung und gleichzeitige Abstraktion. Das Wissen um diese Kraft des Einfachen bildet den Kern und die Zielsetzung all seiner Aktivitäten und Initiativen.
Als Stiftungsidee mündete sein Engagement zunächst in die 1992 gegründete Elisabeth Montag Stiftung (heute: Montag Stiftung Bildende Kunst). Mit ihr suchte er "Kunst als Dialog" durch Begegnung, Berührung und Durchdringung von Kunst und Gesellschaft. 1997 kam die Carl Richard Montag Stiftung für Jugend und Gesellschaft (heute: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft) hinzu. Ihre Initiativen führten in der Auseinandersetzung mit der Pädagogik Theo Eckmanns zu einem eigenen Bildungsansatz: zur Sozialästhetik - einer gegenwartsbejahenden Konzeption von Projekten in Forschung, Lehre und Praxis. Aufgrund der breitgefächerten Aktivitäten wurde im Rahmen einer Restrukturierung 2003 die Carl Richard Montag Förderstiftung gegründet, um die aktiv tätigen Stiftungen in ihren Kernkompetenzen zu stärken. Durch die Übernahme der Vermögensverwaltung schafft sie den nötigen Freiraum für die gesellschaftlichen Aktivitäten. Seit 2004 entwickelt sich nach den persönlichen Erfahrungen des Stifters die SIM Stiftungs-Institut Montag gemeinnützige AG (heute: Montag Stiftungen Urbane Räume gAG), die Entscheidungsträger bei der Gestaltung humaner Lebensräume unterstützen will.
Denken und Handeln als gesellschaftliche Mitverantwortung
Die Gesamtkonzeption aller Stiftungen wird gekennzeichnet durch ein Denken und Handeln als gesellschaftliche Mitverantwortung. Die Institutionen stellen sich der Gegenwart auf mehreren Ebenen durch Projekte aus den Bereichen einer humanen Architektur, einer zeitgenössischen Kunst im Dialog und einer sozialästhetischen Bildung. Menschen sollen zur Teilnahme motiviert werden, um mit eigenen Aktivitäten zur Entwicklung des Gemeinwohls beizutragen.
Carl Richard Montag wurde am 22. April 2009 mit dem Verdienstorden des Landes NRW augezeichnet.
Link:
weitere Informationen

