Systematik und Handlungsbereiche

1. Handlungsbereich: Systemberatung und Systemtransformation

Der Handlungsbereich „Systemberatung und Systemtransformation“ bietet eine strukturelle „Unternehmensberatung“ für Organisationen und Initiativen im Bildungs­system. Die von der Stiftung zusammen­geführten Moderatorinnen und Modera­toren sind ausgewiesene Experten für die Beratung, Begleitung, sowie für das Coaching und Training von Akteuren in Leitungs-, Gruppen- oder MitarbeiterInnenfunktionen. Sie stellen ein Set von Handlungsstrategien und Instrumenten zur Verfügung, um übergreifende Muster im Bildungssystem  (Einzel- und Gesamtsystem) wie auch bei den handelnden Akteuren auf allen Ebenen klarer erkennen und besser begreifen zu können, wie erfolgreich Veränderung bewirkt und Entwicklungs­potentiale genutzt werden können. Die Komplexität solcher Prozesse sichtbar zu machen und Bildungs-Organisationen systemorientiertes Denken und Handeln für eine eigenständige Bewältigung zu vermitteln, sind die Ziele dieser Beratung.


2. Handlungsbereich: Kreative Gestaltung von Bildungskultur

Der Handlungsbereich beschreibt Stiftungsaktivitäten, die in Kooperation mit KünstlerInnen oder Kunstschaffenden die Erfahrung und Gestaltung von Kultur im Bildungssystem vermitteln. „Kultur“ wird hier zunächst verstanden als Symbol­begriff für die Fähigkeit des Menschen, Selbst- und Welterkenntnis für sich zu bewirken und diese mit Sinn mit zu füllen. Darüber hinaus bezeichnet „Kultur“ das sich ständig wandelnde Ergebnis der Summe aller Aktivitäten in einer Gemeinschaft und gleichzeitig den Rahmen, der den Aktivitäten der einzelnen eine gemeinsame Richtung gibt. Der Beitrag der Künstler besteht darin, einen experimentellen Auseinandersetzungsprozess an­zuregen, der das individuelle und das gemeinschaftliche Bild von der Welt, unsere uns prägenden Haltungen, Werte, Muster und Modelle bewusst und erlebbar macht. Veränderungs­­potentiale und -möglichkeiten durch jeden Einzelnen in der Kultur und durch die Kultur in uns zu erkennen und zu gestalten ist das Ziel dieser Aktivitäten.


3. Handlungsbereich: Begegnung und Vernetzung

Der Handlungsbereich stellt mit dem Begriff „Begegnung“ ein zentrales Thema der Pädagogik in den Mittelpunkt. Begegnung, Vernetzung und Kooperation anzuregen und zu fördern ist das Ziel. Dabei sieht sich die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft als zentrale Schnittstelle in einem Kooperationsnetzwerk der Be­reiche Praxis – Lehre – Forschung. Die Vielfalt der Menschen, die sich in Projekten aus diesen drei Bereichen begegnen, ermöglicht Verknüpfungen und Relationen auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Diese Vernetzungsprozesse zu begleiten und zu reflektieren gehört zu den zentralen Aufgaben der Stiftung. Der inhaltliche Fokus liegt auch in diesem Handlungsbereich auf inklusiven, sozial­ästhetischen Themen und Projekten sowie dem gesellschaftsgestaltenden Ansatz der Stiftung, der auf Gemeinsamkeit und Solidarität basiert.


4. Handlungsbereich: Verantwortung in öffentlichen Strukturen

In diesem Handlungsbereich sieht die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft ihre Aufgabe darin, sich konstruktiv und temporär in Prozesse öffentlicher Verwaltungen einzubringen. Hintergrund ist, dass jeder „Verwaltungsapparat“ auf einem System von Regeln, Strukturen und Gesetzen basiert, die individuelle Entscheidungsspielräume begrenzen und die der Komplexität von menschlicher Vielfalt und gesellschaft­lichem Wandel oft nicht gerecht werden können. Hier will die Stiftung als Wegbereiter für Neues einen Erprobungsraum zur Verfügung stellen, in dem Veränderung durch Handeln möglich wird. Die gemeinsamen Initiativen mit Verantwortungsträgern der öffentlichen Hand unterstützen diese dabei, bestehende Strategien und Einstellungen auf ihre Angemessenheit zu befragen, Veränderungspotentiale zu erkennen und im Idealfall ihre Strukturen neuen Situationen und Komplexitäten anzunähern.


5. Handlungsbereich: Vielfalt und Inklusion

Der Handlungsbereich setzt sich zum Ziel, die vielfältigen Dimensionen von menschlicher Heterogenität anzuerkennen und ihr Miteinander zu fördern. Ein humanes, demokratisches Zusammenleben individueller Ausprägun­gen von Menschsein – wie Geschlecht, Alter, Rasse, soziale Stellung, Nationalität, sexuelle Orientierung etc. – ist für die Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Welt und Gesellschaft unabdingbar. Komplexe Systeme überleben letztendlich nicht durch Selektion und Optimierung, sondern dadurch, dass sie Vielfalt als Potential für Innovation und Erneuerung begreifen. Die Projekte der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft  unterstützen eine solche Entwicklung auf unterschiedlichen Ebenen. Sie schaffen Voraussetzungen für die Partizipation aller, garantieren andere, neue und häufig noch ungewohnte Blickwinkel und Perspektiven. Sie fördern inklusive, nicht aussondernde  Prozesse und stellen ausgrenzende Strukturen in Frage. Vielfalt muss nicht geduldet oder „beherrscht“ werden – sie wird gewünscht, wertgeschätzt und willkommen geheißen.


6. Handlungsbereich: Kleine Projekte mit großem Wirkpotential

Ziel des Handlungsbereichs ist es, die Idee sozialer „Epidemien“ zu nutzen: d.h. kleine Projekte zu identifizieren und zu fördern, die mit einem Minimum an Energie weiterführende Veränderungen und Dynamiken in Gang setzen können. Solche Projekte sollten neue Wege abseits von gewohnten Mustern aufzeigen und als Ausgangspunkt kleiner Bewegungen mit großer Wirkung ihr Potential auf andere übertragen. Inhaltlich interessiert sich die Stiftung Jugend und Gesellschaft dabei für Menschen und Projekte, die verschiedene Welten und (Sub)kulturen zusam­menbringen, Ideen aufnehmen und in viele Richtungen verbreiten, die als Informa­tionsmakler Diskussionen und Dialoge führen, beraten und moderieren, die Begeisterung für einen projektrelevanten Sachverhalt erzeugen, Energie bei anderen auslösen, Optimismus, Zufriedenheit und positives Denken für die Sache authentisch verkörpern.