
2. September – 30. Oktober 2005
Ehemalige Stadtgärtnerei Bonn-Dransdorf
(Auf dem Dransdorfer Berg 76)
Ein Kunstprojekt der Montag Stiftung Bildende Kunst. Gefördert durch die Kunststiftung NRW, mit Unterstützung der Stadt Bonn.
Kuratorin: Ingrid Raschke-Stuwe
Der Dialog: Kunst und Architektur
Der Dialog zwischen Bildender Kunst und Architektur gehört zu den interessantesten gestalterischen Entwicklungen der Gegenwart: Die Baukunst entfaltet sich gegenwärtig mit der experimentellen Kraft des Plastischen, als wollte sie die Erbschaft der Skulptur antreten. Die Installationskunst ihrerseits öffnet sich der begehbaren Architektur, um dem Betrachter Erfahrungsräume für eine erweiterte Raumwahrnehmung bereitzustellen. Das Kunstprojekt "Lasst uns drei Hütten bauen!" auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei am Dransdorfer Berg in Bonn fragte nach den Grundbedingungen architektonischer Raumwahrnehmung und skulpturaler Baukonzeption. Unter den Bedingungen des konkreten Ortsbezugs sollte die Diskussion zwischen der zeitgenössischen Bildenden Kunst, der architektonischen Skulptur und der experimentellen Architektur neue Denkanstöße erhalten.
Die Projektbeiträge wurden von neun zeitgenössischen bildenden Künstlern und Architekten erarbeitet, in deren künstlerischer Konzeption experimentelle Fragestellungen zwischen Kunst und Architektur eine leitende Rolle spielen:
Claus Bury
Gunnar Heilmann und Ulrich Kügler
Franka Hörnschemeyer
Thomas Klegin
Artur Klinow
Stefan Korschildgen
Anton Markus Pasing
Rolf Wicker
Die Kunstprojekte wurden eigens für das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei "Auf dem Dransdorfer Berg" entworfen und realisiert sowie in einem deutsch-englischen Katalog dokumentiert.
Experimentelle Übergangsräume
Das Kunstprojekt "Lasst uns drei Hütten bauen!" verstand sich als Experimentierfeld und hypothetische Machbarkeitsstudie (Anton Markus Pasing), in dem Aspekte der Selbsterkenntnis, Identität und Identifikation, der Sehnsucht und Geborgenheit ebenso Bearbeitung finden wie grundsätzliche Überlegungen zu gesellschaftlichen Umbrüchen (Artur Klinow), skulpturaler Transformation (Rolf Wicker) und optionaler Baukonzeption (Stefan Korschildgen). Mit den Entwürfen architektonischer Skulptur (Claus Bury), differenzierter Raummetaphorik (Thomas Klegin) und beweglicher Raumkonzeption (Franka Hörnschemeyer) wurden Fragen nach den Zusammenhängen von körpergebundener Raumwahrnehmung und Baukonzeption gestellt. Die Künstler betrieben in ihren Projektbeiträgen architektonische Grundlagenforschung: Was bedeutet Höhle, Hütte, Haus für uns heute? Wie definieren wir die unterschiedlichen Aspekte von Haus, Leben und Wohnen? Wo ist Zuhause? Was ist Heimat?
Das Jugendkunstprojekt
Zusätzlich entwickelten und realisierten Jugendliche in einem nichtschulischen Zusammenhang unter der künstlerischen Leitung von Gunnar Heilmann und Ulrich Kügler in einer gemeinsam mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft konzipierten Projektwoche einen eigenständigen künstlerischen Beitrag, in dem die Korrespondenzen zwischen Kunst, Natur und Architektur ausgelotet wurden. Der Workshop mit Jugendlichen der August-Macke-Schule (Bonn) und der Schule-Thymianweg (Köln) war integraler Bestandteil der Gesamtausstellung.




Claus Bury