Bildungslandschaften

Eine Dialogreihe in der Villa Prieger

Leitbilder

24. März 2009

Es diskutierten

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterProf. Dr. Martina Löw
Technische Universität Darmstadt
 
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterProf. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Uwe Otto
Universität Bielefeld

und
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKarin Babbe
Erika-Mann-Grundschule Berlin

Die Veranstaltung wurde moderiert von Dr. Thomas Coelen und Dr. Karl-Heinz Imhäuser. 

Anlässlich des Dialogabends sind Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterdrei Audioreportagen produziert worden.
 

Rückblick

Der dritte Abend der Veranstaltungsreihe war vor allem der Diskussion darüber gewidmet, ob und inwieweit Bildungslandschaften Leitbilder benötigen, an denen sie sich orientieren und gleichzeitig nach Außen darstellen können. Martina Löw warf zunächst die Frage auf, ob nicht bereits der Begriff selbst Qualitäten besitzt, die üblicherweise mit Leitbildern in Verbindung gebracht werden; schließlich sind Landschaften originär kulturelle Leistungen, die mit Planung einhergehen und gerade die Gestaltung von z.B. „Heterogenität“ oder „Verbundenheit“ umfassen. Hans-Uwe Otto wies darauf hin, dass Bildungslandschaften als flexible, relationale Räume mit verschiedenen Lernorten verstanden werden können, aber der Begriff bereits jetzt auch als „simpler“ Standortfaktor im Wettbewerb der Kommunen eingesetzt wird. Bei beiden Gesprächsgästen wurde deutlich, dass sie dem Begriff „Leitbild“ durchaus mit Skepsis begegnen, auch wenn über die Notwendigkeit handlungsleitender Prinzipien oder Maximen Einigkeit bestand.

Martina Löw, Karl-Heinz Imhäuser und Hans-Uwe Otto
Martina Löw, Karl-Heinz Imhäuser und Hans-Uwe Otto
Karin Babbe (im Hintergrund: Martina Löw)
Karin Babbe (im Hintergrund: Martina Löw)

So war es vor allem der Begriff „Gerechtigkeit“, der an diesem Abend besonders häufig fiel. Hans-Uwe Otto erläuterte den normativen Ansatz der Befähigungsgerechtigkeit („capability approach“), der darauf zielt, jeden Menschen ganz individuell in die Lage zu versetzen, sein Leben nach den jeweils eigenen, selbst gewählten Vorstellungen zu leben. Martina Löw brachte das Leitmotiv von der „Stadt für alle“ ins Gespräch, das gegenwärtig in einigen Städten diskutiert wird; ein solches Leitmotiv sei, wenn es tatsächlich bei allen Entscheidungsprozessen in einer Stadt konsequent Berücksichtigung fände, sehr gut geeignet, der zunehmenden Heterogenität von Lebensentwürfen in einer Stadt gerecht zu werden.

Wie ein produktiver Umgang mit Heterogenität auf der Ebene einer schulischen Einrichtung aussehen kann, erläuterte Karin Babbe am Beispiel der Erika-Mann-Grundschule im Berliner Stadtteil Wedding, einer Schule, die in ihrem Selbstverständnis und ihrer inneren Organisation offensichtlich schon einiges vorwegnimmt, was auf der Ebene der kommunalen Bildungslandschaften erst noch zu konzipieren und umzusetzen sein wird. Auf diesem Weg stehen wir, so die Diskutanten einmütig, erst am Anfang, denn Bildungslandschaften sind in weiten Teilen nach wie vor konzeptionelles Neuland: Wir wissen noch nicht, wie sie letztlich aussehen werden; wir ahnen aber schon, dass sie die bisherige Bildungspolitik, die herkömmliche Stadtentwicklung – und auch die Stadt- und die Bildungssoziologie – verändern werden.

Diskussion mit dem Publikum (hier: Sigurd Trommer)
Diskussion mit dem Publikum (hier: Sigurd Trommer)
Karin Babbe und Hans-Uwe Otto im Gespräch mit Klaus Schäfer
Karin Babbe und Hans-Uwe Otto im Gespräch mit Klaus Schäfer

Neue Audioreportagen

Anlässlich des Dialogabends sind weitere Podcasts über die Veranstaltung und das Praxisbeispiel, die Erika-Mann-Grundschule in Berlin, produziert worden.

Audiopodcast: Bericht zur Veranstaltung
(13:22 min, mp3-Streaming)
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Audiopodcast: Reportage über die Erika-Mann-Grundschule in Berlin
(15:08 min, mp3-Streaming)
Startet den Datei-DownloadManuskript parallel lesen (PDF, 76 kB)

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Audiopodcast: Kommentare und Antworten
(24:56 min, mp3-Streaming)

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Gespräche unter den Gästen der Veranstaltung
Gespräche unter den Gästen der Veranstaltung

Gespräche unter den Gästen der Veranstaltung



Einladungskarte zum Download

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