
Eine Dialogreihe in der Villa Prieger
Paradigmen
18. November 2008
Es diskutierten
Prof. Dr. Jürgen Oelkers
Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Zürich
Prof. Ernst Hubeli
Field of Excellence TU Graz, Herczog Hubeli GmbH Zürich
und
Thomas Konietzka
Stadtkanzlei der Stadt Mülheim an der Ruhr
Moderiert wurde der Dialogabend von Frauke Burgdorff (Montag Stiftung Urbane Räume) und PD Dr. Thomas Coelen (Universität Siegen).
Anlässlich des Dialogabends sind von Lothar Guckeisen und Mirko Smiljanic zwei
Audioreportagen produziert worden.
Rückblick
Der erste Abend der Veranstaltungsreihe stand ganz im Zeichen der Paradigmen und Deutungsmuster, die in der Pädagogik, der Planung und in der Stadttheorie prägend waren und sind – oder es in Zukunft werden könnten. Bei der Suche nach möglichen Parallelen in der Theoriediskussion der beiden Disziplinen wurde schnell deutlich, dass sowohl der bürgerliche Bildungsbegriff wie auch das bürgerliche Verständnis von städtischer Öffentlichkeit als Paradigmen fragwürdig geworden sind – auch wenn es, in der Pädagogik wie im Städtebau, immer wieder Versuche gibt, sie zu rekonstruieren.
„Bildung“ und „Öffentlichkeit“ sind beides Begriffe, die üblicherweise nur im Singular verwendet werden; Jürgen Oelkers und Ernst Hubeli plädierten dafür, die Theorien den Wirklichkeiten anzupassen: Es gibt „Bildungen“ und es gibt „Öffentlichkeiten“ – und eben nicht nur verschiedene Grade (oder Stufen) von der Bildung, von der Öffentlichkeit. Dies auch in der theoretischen Fundierung des eigenen Handelns anzuerkennen – und nicht als eine gegenüber der „richtigen“ Theorie „falsche“ Realität wahrzunehmen – eröffnet ganz neue Möglichkeiten in der konkreten Aushandlung und Gestaltung von Bildungslandschaften.
Die Gesprächsgäste votierten einmütig für eine stärkere wechselseitige Durchdringung von Bildung und Stadt: „Bildung“, als Prozess verstanden, soll zu einem stärker offenen und öffentlichen Bestandteil des Städtischen werden. Dies hätte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Organisation von Bildungseinrichtungen (als zum Beispiel „offene Schulen im Stadtteil“), sondern würde letztlich auch die eine oder andere Institution in Frage stellen: Wenn es ohnehin ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen – so eine alte, allzu oft vergessene pädagogische Weisheit – welchen Sinn hat dann eigentlich eine feste, eindeutig abgegrenzte Institution wie Schule?
Diese Frage hat der Dialogabend naturgemäß nicht beantworten können, aber gerade am vorgestellten Praxisprojekt „Zukunftsschule Eppinghofen“ aus Mülheim an der Ruhr wurde deutlich, wie grundlegend die Idee der lokalen bzw. kommunalen Bildungslandschaft an den üblichen Routinen und Strukturen rüttelt. Das Wechselverhältnis von Bildung und Stadt muss nicht nur neu interpretiert und verstanden, sondern eben auch neu organisiert werden.
Audioreportagen
Die vier Veranstaltungen zum Thema „Bildungslandschaften“ werden von einer Reihe von Audioreportagen begleitet. Anlässlich der Auftaktveranstaltung sind nun die ersten drei Podcasts produziert worden (Guckeisen + Smiljanic Medienservice):
Im ersten Podcast erläutern Frauke Burgdorff und Dr. Karl-Heinz Imhäuser die Beweggründe der Montag Stiftungen, sich mit dem Thema Bildungslandschaften näher zu beschäftigen. Das zweite Podcast umfasst einen Bericht und Interviews zur Auftaktveranstaltung, in dem nicht nur die Gesprächsgäste, sondern auch Teilnehmer/innen aus dem Publikum zu Wort kommen. Eine Reportage über die geplante „Zukunftsschule Eppinghofen“ in Mülheim an der Ruhr komplettiert die erste Staffel der Audiobeiträge zur Dialogreihe.
Audiopodcast "Bildungslandschaften" - Beweggründe der Montag Stiftungen
(8:35 min, mp3-Streaming)
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Audiopodcast: Bericht zur Auftaktveranstaltung
(10:57 min; mp3-Streaming)
Manuskript parallel lesen (PDF, 168 KB)
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Audiopodcast: Reportage zur Zukunftsschule Eppinghofen
(7:34 min; mp3-Streaming)
Manuskript parallel lesen (PDF, 162 KB)
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