
2. August bis 14. September 2008 in Bonn
Olf Kreisel (geb. 1965)
lebt und arbeitet in Berlin
Auf einem Vitrinensockel stehen ein Paar Filzschuhe mit Gebrauchspuren unter einer Acrylglashaube. Sie ist mehr als eine Abdeckung, dient als Schutzraum für die „Wegbegleiter“. Olf Kreisels Arbeiten sind Inszenierungen, zu denen er sich vom Raum und vom Thema inspirieren lässt. Er tritt ein in einen Dialog mit dem Ort, der das Thema seiner Arbeit spiegeln aber auch verändern kann. „Zehn Jahre Montag Stiftung Bildende Kunst“, sagt er „das war doch ein langer Weg, ein Aufbruch ins Ungewisse, Scheitern oder Erfolg, beides war möglich.“ So versteht Olf Kreisel seine Arbeit im Sinne des Ausstellungstitels als „Blick zurück nach vorn“.
Assoziierend schreibt er dazu: Als im August 1596 auf Nowaja Semlja nahe dem sechsundsiebzigsten nördlichen Breitengrad die Planken eines Seglers vom Eis eingedrückt und das Steuerruder zerquetscht wurde und die holländische Besatzung aus Treibholz das erste Winterquartier der Polarforschung errichten mussten, rief Willem Barents in die Hütte: „Nur wer sich die Welt anders vorstellen kann, hat die Kraft sie zu verändern!
Immer sind die Arbeiten von Olf Kreisel gleichsam Prozesse eines langsamen Wachsens. Teile von früheren Arbeiten, Fundobjekte, Selbstgebautes werden integriert, bilden den Grundstock für neue ästhetische Überlegungen, verweisen auf die eigene persönliche Geschichte und lassen ein Geflecht zwischen dem Heute und der Vergangenheit mit einem zum Teil ironischen, aber auch schmerzlichen Blick entstehen. Jedes Requisit hat eine Bedeutung und verweist auf ein anderes, sei es die Pflanze, die seit drei Jahren dabei ist, ein Schlittenpaar oder eine einst genutzte Hundehütte.
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