"Skulpturenkino: House of Darkness" von Markus Draper (Foto: Carsten Gliese)
"Skulpturenkino: House of Darkness" von Markus Draper (Foto: Carsten Gliese)

Blick zurück nach vorn

2. August bis 14. September 2008 in Bonn

Markus Draper (geb. 1969)

lebt und arbeitet in Berlin


Anhand von Bildparabeln in Skulptur und Video rekonstruiert Markus Draper das Haus des Massenmörderpaares Fred und Rosemary West in Gloucester (GB). Er formuliert nichts über Opfer und Täter, er untersucht das Haus als Ort des Geschehens.

Er schafft begehbare oder nur einsehbare Räume, die erlebt werden müssen und stellt nach eigenem Erleben der Besucher die Frage nach der Möglichkeit einer Auslöschung eines solchen Dramas.  Auf einem Monitor ist das Holzmodell eines Hauses zu sehen. Langsam tropft blutrote, später schwarze Farbe aus seinen Fenstern, füllt den Raum, regnet auf das Haus herab.

Eine Stimme mit starkem Akzent flüstert: „This is the House of Blood“, “This is the House of Darkness“, “This is the House of Pain”. Es ist ein Videoloop, die Szene beginnt immer wieder aufs Neue. Markus Draper setzt bewusst profane Mittel ein und zeigt das offensichtlich. Dennoch wirkt die Szene unheimlich, verfehlen die gewisperten Worte nicht ihre Wirkung.

Das Haus als Hülle bzw. als "Stellvertreter" des Menschen ist ein wiederkehrender Aspekt in Markus Drapers skulpturalem als auch malerischem Werk. Der Installation Skulpturenkino: House of Darkness liegt erstmals die Geschichte eines spezifischen Ortes zugrunde. Den Künstler interessiert die metaphorische Tragweite des Hauses und dessen Fähigkeit Träger atmosphärischer Projektionen und Auslöser intensiver emotionaler Erlebnisse sein zu können.


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