
2. August bis 14. September 2008 in Bonn
Ottmar Hörl (geb. 1950)
lebt und arbeitet in Nürnberg und Wertheim
Der Raum, den Ottmar Hörl sich in der Villa Ingenohl ausgesucht hat, zeigt deutliche Spuren des Leerstands. 20 Kassettenrekorder sind hier installiert. Sie kleben an den Wänden, erzeugen ein wildes Kabelchaos. Sobald jemand durch den angrenzenden Flur geht, stimmen die kleinen, schwarzen, altmodisch anmutenden Geräte ein lautes Sirenengeheul an. An der der Tür gegenüberliegenden Wand hängt säuberlich gerahmt ein Notenblatt mit dem Lied der Lorelei. Sollte wirklich diese „liebliche“ Melodie das Rohmaterial für den Sound der Rekorder-Sirenen geliefert haben? Möglich, denn an der Wand neben der Eingangstür beherbergt eine Glasvitrine geschreddertes Notenmaterial.
In der Mitte des Raumes ein freistehender „Schneewittchensarg“. Allerdings ohne schlafende Schönheit. Grau-schwarze Fäden füllen das rechteckige Glasbehältnis: „Das ist das Haar der gealterten Lorelei“, sagt der Künstler und lächelt.
„Die Idee zu einer Lorelei-Arbeit hatte ich schon sehr lange“, sagt Otmar Hörl, „aber ich hatte einfach noch nicht den passenden Ort gefunden.“ Die künstlerischen Ausdrucksformen des Bildhauers und Konzeptkünstlers Ottmar Hörl sind vielfältig und lassen sich nicht auf eine bestimmte Stilrichtung festlegen. Das Prinzip der Serialität, der Respekt vor der Integrität des Objekts und die Frage nach den Regeln der Ordnung sind Leitmotive seiner bildhauerischen Arbeit, die sich auf Multiples, also Auflagenobjekte in potentiell unendlicher Stückzahl, konzentriert.
"Lorelei" von Ottmar Hörl (Fotos: Carsten Gliese)
Weiterführende Links
Homepage des Künstlers:
www.ottmarhoerl.de
zurück zur
Übersicht Künstlerinnen und Künstler




