
2. August bis 14. September 2008 in Bonn
Kirsten Kaiser (geb. 1961)
lebt und arbeitet in Münster
Kirsten Kaiser hat der Ort selbst inspiriert, sie schreibt über ihre Arbeit Goldner Überfluss in der Villa Ingenohl:
„Trinkt, o Augen, was die Wimper hält
von dem goldnen Überfluss der Welt.“
(Gottfried Keller, Vom goldnen Überfluss)
Die Villa Ingenohl schaut auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Die wunderschöne Lage am Rhein, der stattliche Bau mit seinen unzähligen Räumen - sie (ver)bergen viele interessante Geschichten, die sich während der Recherchen über einen ergießen. Die goldenen Jahre der Villa sind vorbei. Was früher herausragend war, ist jetzt ein Rest. Und so trugen die Überbleibsel des Kindergartens, der hier zuletzt beheimatet war, zur Materialwahl bei.
Zentral liegt ein „Berg“ aus gelben, orangenen und weißen Gummibärchen im Raum. Weiteres findet man nicht. Der Geruch der Süßware verbreitet sich wie ein Überzug im ganzen Haus. Goldig schimmert dabei der Überfluss. Welch eine Freude, (m)ein Kindheitstraum wird wahr!
„Mein goldner Überfluss steckt im Detail“, sagt die Künstlerin. Vor der Villa Prieger entsteht eine kleine „Siedlung“ aus weiß gestrichenen Betonhäuschen und goldnen glänzenden Maulwurfshügeln. „Sie sind das Ergebnis meiner Recherche am Münsteraner Aasee und ihren originalen Vorbildern nachempfunden“, sagt die Künstlerin. „Auf die Idee bin ich gekommen, als ich den Gärtner der Villa Prieger hier arbeiten sah und ich dachte, das muss goldener Boden sein.“
"Kunst am Bau II" von Kirsten Kaiser (Fotos: Carsten Gliese)
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