
2. August bis 14. September 2008 in Bonn
Thea Richter (geb. 1945)
lebt und arbeitet in Ottendorf-Okrilla
Das Tier und das Kind. Ein Wolf und ein Knabe? Skulpturen aus Gips die sich auf einer von einem alten, ausgedienten Motor betriebenen Drehscheibe begegnen. Folgt das Tier dem Menschen, der Mensch dem Tier? Gibt es hier einen Jäger und einen Gejagten? Wie auf einem Kinderkarussell sind die beiden Protagonisten der Arbeit Die ewige Leier von Thea Richter auf die hölzerne Platte geschraubt, die sich unablässig um eine eckige Säule dreht. Den Raum für ihre Installation fand sie im Kellergeschoss der Villa Ingenohl. Das Haus liegt am Hang, so gibt es hier normale Lichtverhältnisse und die beiden Erkerfenster geben den Blick frei auf den Garten.
Beim ersten Ortstermin in Bonn war es diese zentral im Raum stehende Säule, die Thea Richter faszinierte und den Impuls für ihre künstlerische Arbeit gab.Der Wolf als Folie, sozial, politisch, psychologisch aufgeladen, beschäftigt die Künstlerin schon lange. Spätestens seit in der Umgebung ihres Heimatortes in Sachsen wieder Wölfe angesiedelt werden, sammelt sie die Geschichten, die die Menschen dort erzählen. Der Wolf wird nicht geliebt. Er sei blutrünstig, weil er sich als Opfer gern trächtige Muttertiere aussucht, beim Einbruch in den Hühnerstall alle tötet und nur eins frisst und sicher auch, weil es jetzt unheimlich ist im heimischen Wald … und im Kellergeschoss der Villa Ingenohl.
"Die ewige Leier" von Thea Richter (Fotos: Carsten Gliese)
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