Eine Höhle für Platon

26. April bis 28. Juni 2009 in Bonn

Max Sudhues

Foto: Harald Hoffmann

Max Sudhues benutzt für seine Arbeiten Gegenstände des Alltags, Fundstücke, Sperrmüll. Die meist unspektakulären Objekte werden in seinen Installationen und Videoloops zu „Darstellern“, sie bringen ihre Form, ihre Schatten in zweidimensionale Bildkompositionen ein, die durch Licht und (Video-) Projektionen erzeugt werden. Dabei gehen die arrangierten Bilder einen Dialog mit der realen Räumlichkeit der Ausstellungsumgebung ein. „Es sind oft malerische Collagen, in denen sich auf eine ganz komplexe Art eine Welt bildet, in denen Humor, Melancholie, die großen und die kleinen Geschichten, Imaginationen und bildnerische Kraft sich in einem erfahrungsreichen und komplexen Schauspiel wieder finden“, schreibt der belgische Kurator Phillippe Van Cauteren 2008 über die Werke von Max Sudhues.

                                                                                                

The wild wild sea, 2007
The wild wild sea, 2007.

Die Videoprojektion eines Vogels auf einer Boje, "The wild wild sea", der wild flatternd versucht wegzufliegen, verschmilzt mit dem per Overheadprojektor an die Wand geworfenen Schatten eines Schiffmodells. Während der Projektion ist ein langsamer, trauriger Sound zu hören.


Phillipe Van Cauteren in „Brief an Max Sudhues“:

Es war, als ob ich mich damals in Deinem Studio in einer Art Laterna Magica befunden hätte. Oder war ich im Traum in der Grotte von Platon gelandet? Oder war es eher ein indonesisches Schattenspiel, an dem ich mich beteiligte? Ich weiß nur, dass die Dunkelheit Dich und mich umfasst hatte. Plötzlich waren die Projektoren und Leuchten angeschaltet, und ich fand mich konfrontiert mit Bildern, mit bedrohlichen oder spielerischen Bildkonstellationen.

Von Anfang an haben Deine Arbeiten mich durch ihre direkte und einfache Herangehensweise fasziniert. In der Kunst und der Gesellschaft haben Bilder oft eine Arroganz, versuchen sie die Lüge der Wahrheit zu verneinen. Deine Arbeiten verwenden die Lüge der Wahrheit als Mittel, um uns darüber nachdenken zu lassen; was ein Bild bedeuten kann.

Nightskyliner, 2006. Diamagazine, Lampe, Diaprojektionen, Spiegel, eine Plastikpflanze
Nightskyliner, 2006 (Diamagazine, Lampe, Diaprojektionen, Spiegel, eine Plastikpflanze)

Bei "Nightskyliner" sind auf dem Boden Diamagazine und eine Pflanze so arrangiert, dass ihre Schatten in der Raumecke wie ein Ensemble von Häusern neben gigantischen Bäumen erscheint. Über diese Stadtsituation werden per Karussell 80 verschiedene Motive von Himmelserscheinungen, Nordlichtern, Sternen und Explosionen projiziert, die durch das Anbrennen von nicht entwickeltem schwarzem Diafilmmaterial entstanden sind.

Max Sudhues lebt und arbeitet in Berlin.


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