Stefan Eberstadt, Physical Instrument (For the Satisfaction of True Needs), 2010 (Foto: Carsten Gliese, Köln)
Stefan Eberstadt, Physical Instrument (For the Satisfaction of True Needs), 2010 (Foto: Carsten Gliese, Köln)
update - Die Welt als Modell

4. September bis 31. Oktober 2010 in Bonn

Stefan Eberstadt

Physical Instrument
(For the Satisfaction of True Needs), 2010
Begehbare Rauminstallation

Mit seiner Arbeit Physical Instrument (For the Satisfaction of True Needs) hat Stefan Eberstadt einen Raum im Raum realisiert. Dafür verarbeitet er Elemente, die zum Teil wie abstrakte Möbel wirken. Doch die erste Irritation entsteht bereits, bevor man seine Installation betritt. Denn aus der Tür nebenan schiebt sich eine kubische Form heraus – gerade so, als wäre der Raum zu eng für das Innenleben. Schon diese Eingangssituation macht neugierig, das Halbdunkel zu erkunden. Fenster gibt es nicht, das schwache Licht fällt nur durch wenige Schlitze ein – und es braucht eine Zeit, bevor man sich im Inneren orientieren kann. Ist es ein Labyrinth oder ein minimalistischer Wohnraum?

Stratege oder Spielfigur?

Wie der Betrachter/Benutzer den Raum begreift und ob er ihn erforscht, bleibt ihm überlassen. Stefan Eberstadt lädt ihn dazu ein, das Unbekannte des physischen und psychischen Raumes selbst zu entdecken. Man kann herausfinden, wer man ist in diesem Spiel – Stratege oder Spielfigur? Orientiert er sich an Vorgaben von außen oder folgt er seiner inneren Stimme? Lässt er sich auf neue Erfahrung ein oder verbleibt er auf vertrauten Wegen? Negativ oder positiv – eine Entscheidung ist gefragt.

Im Mittelpunkt steht der Raum

Bildhauer oder Designer – auf diese Frage möchte Stefan Eberstadt sich nicht reduzieren lassen. Ihm geht es stets um die Idee, die zu einer Arbeit führt. Welche Form sie annehmen kann, ist zunächst offen. Doch immer steht im Mittelpunkt der Raum – ob der Künstler nun ein kleines Wandobjekt realisiert oder eine Bar einrichtet. Um zu einem Ergebnis zu gelangen, braucht es für Eberstadt das Objekt, den Raum und den Betrachter/Benutzer, der für ihn die wichtigste Instanz ist. Denn der Künstler konzipiert seine Arbeiten auf eine Weise, die es uns ermöglicht, durch Wahrnehmung und Bewegung optische und gedankliche Netzwerke zu erzeugen. Ein Kunstwerk muss nichts Auratisches haben, viel wichtiger ist es Stefan Eberstadt, mit seinen Projekten in die Gesellschaft hineinzuwirken.

 

Kurzbiografie des Künstlers

Stefan Eberstadt

Stefan Eberstadt

*1961 in Hof an der Saale
lebt und arbeitet in München

Link: www.rocketgallery.com
Link: www.villa-concordia.de

Mail: stefan.eberstadt(at)stefaneberstadt.de

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