
4. September bis 31. Oktober 2010 in Bonn
Miks Mitrevics
Silence of the walls, 2010
Zweiteilige Rauminstallation
Miks Mitrevics‘ Installation Silence of the walls (Die Stille der Wände) besteht aus mehreren Objekten, die sich auf zwei benachbarte Räume verteilen. Jedes von ihnen trägt einen sprechenden Titel, zusammen klingen sie wie Kapitelüberschriften einer vagen Erzählung. Stationen auf dieser gedanklichen Bilderreise sind Falling Sky / Einstürzender Himmel, Gathering / Ansammlung/Versammlung, Mirroring / Spiegelung und Places to return / Orte der Rückkehr.
Stillleben mit Sonne und Regen
Mitrevics‘ Arbeit besteht zum Teil aus objets trouvés, es sind Fundsachen aus dem alltäglichen Leben: Äste, Schüsseln oder eine Kaffeetasse. Solche Versatzstücke kombiniert der Künstler mit absurd anmutenden Konstruktionen: ein frei im Raum stehendes Fenster oder ein geteilter Tisch, der durch die gemeinsame Wand der beiden Ausstellungsräume wächst. Ein kurioses Stillleben, so könnte man meinen, wenn da nicht diese überraschenden Wettereinbrüche im Innenraum wären: plötzlicher Regen setzt ein, dann scheint die Sonne wieder. So entsteht eine Atmosphäre poetischer Entfremdung: Die Objekte seiner Installation entfalten ein geheimnisvolles Eigenleben, das sie aus ihrem gewohnten funktionalen Kontext herauslöst. Wie Protagonisten auf einer offenen Bühne treten sie in einen stummen Dialog, den der Betrachter – auch durch die Titel animiert – um eigene Assoziationen ergänzen kann.
Und welche Geschichte hatte der Künstler im Sinn als er durch das Fenster, das jetzt mitten im Raum steht, schaute, das dem echten Fenster in der Bürowand so ähnlich sieht? Welche Gedanken sind den Büroangestellten beim Blick durch eben dieses Fenster durch den Kopf gegangen? Was haben sie empfunden, als sie die warme Kaffeetasse in der Hand hielten? Was verbindet der Künstler mit der einsamen Tasse im verlassenen Raum?
Erinnerungen, Traumbilder, Utopien
Miks Mitrevics nennt die einzelnen Elemente seiner Inszenierung phantom/model. Es handelt sich also um eine Mischung aus unwirklicher Erscheinung und nachgebildeter Realität. Ist das nicht auch die Struktur von Erinnerungen? Man weiß, ich habe solche Dinge gesehen, eine bestimmte Situation erlebt, man hat sie noch vor Augen, aber je länger die Rückschau dauert, desto mehr verändert das Erinnerungsbild seine Form. Erinnerungen können zu Trug- und Traumbildern werden, sogar zu Utopien.
Die Arbeit von Miks Mitrevics ist wie ein Speicher für solche vergangenen Ereignisse. Und auch die Räume selbst, ihrer einstigen Bestimmung enthoben, haben in der Vergangenheit Geschichte und Geschichten gespeichert. An diesem Ort absorbierter Zeit ruft der Künstler Stimmungen und Erlebnisse wach, die traumwandlerisch zwischen Innen- und Außenwelt angesiedelt sind.
Erinnerungen, Traumbilder, Utopien
Miks Mitrevics nennt die einzelnen Elemente seiner Inszenierung phantom/model. Es handelt sich also um eine Mischung aus unwirklicher Erscheinung und nachgebildeter Realität. Ist das nicht auch die Struktur von Erinnerungen? Man weiß, ich habe solche Dinge gesehen, eine bestimmte Situation erlebt, man hat sie noch vor Augen, aber je länger die Rückschau dauert, desto mehr verändert das Erinnerungsbild seine Form. Erinnerungen können zu Trug- und Traumbildern werden, sogar zu Utopien.
Die Arbeit von Miks Mitrevics ist wie ein Speicher für solche vergangenen Ereignisse. Und auch die Räume selbst, ihrer einstigen Bestimmung enthoben, haben in der Vergangenheit Geschichte und Geschichten gespeichert. An diesem Ort absorbierter Zeit ruft der Künstler Stimmungen und Erlebnisse wach, die traumwandlerisch zwischen Innen- und Außenwelt angesiedelt sind.
Kurzbiografie des Künstlers
Miks Mitrevics
*1980 in Hof Riga (Lettland)
lebt und arbeitet in Riga (Lettland) und
derzeit in Gent (Belgien)
Link: www.miksmitrevics.com
Mail: miks.mitrevics(at)gmail.com





