
Job Descriptions
KünstlerInnen in einer veränderten Berufswelt
17. und 18. Oktober 2008
Akademie der bildenden Künste Wien
Die Rolle der Künstlerin/des Künstlers ist heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, grundlegenden Veränderungen unterworfen. KünstlerInnen sind keine Randfiguren der Gesellschaft mehr, sondern stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Das hängt nicht nur mit einem Kunstbegriff zusammen, der seit den 1960er Jahren mehr an Prozessen als an Produkten orientiert ist und damit die KünstlerInnen in einem erweiterten ästhetischen, sozialen und ökonomischen Feld positioniert, sondern auch damit, dass das „KünstlerInnenleben“ – einst als Kontrapunkt zur bürgerlichen Normalität entworfen – sich zum Vorbild für zeitgenössische flexibilisierte Arbeits- und Lebensverhältnisse entwickelt hat. Jedenfalls: KünstlerInnen werden immer häufiger in kunstnahen und auch kunstfernen Arbeitsbereichen aktiv. Ausstellungen in Galerien und Museen sind nur noch ein Betätigungsfeld unter anderen, ohne dass Formen künstlerischen Denkens und Handelns aufgegeben werden. Das eröffnet (vielleicht) den Blick auf eine künstlerische Kompetenz, die sich in ganz unterschiedlicher Weise realisiert.
Das Symposium will folgenden Fragen nachgehen, die durch die geänderte Situation aufgeworfen werden: Wo tritt Kunst in der postfordistischen Gesellschaft in Erscheinung? In welchen Berufen ist künstlerische Kompetenz gefragt? Wie verändert die Idee einer künstlerischen Kompetenz die Vorstellung der Autonomie der Kunst und weitere von ihr abhängige Konzepte? Welchen Bildungsauftrag hat vor diesem Hintergrund eine Kunstuniversität zu erfüllen? Welche Forschung hat sie zu leisten? Wie soll sich eine Kunstuniversität in der Öffentlichkeit positionieren?
(Stephan Schmidt-Wulffen, Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien)

