Der Berliner Künstler Thomas Rentmeister stellte seine Arbeit vor
Oliver Boberg, Künstler aus Nürnberg, zur Frage "Elfenbeintürme oder Leuchttürme?"
Heraus aus dem Elfenbeinturm!

Neue Wege der Kunsthochschule in die Gesellschaft

Referenten - Abstracts und Biografien

Oliver Boberg, Künstler, Nürnberg


Elfenbeintürme oder Leuchttürme? – Eine Art Lustprinzip

Lehrerausbildung, Referendariat; Beibehaltung der künstlerischen Aktivität neben den Referendariatsaufgaben; Weiterentwicklung eigener künstlerischer Interessen, Neugier, Egozentrik, Faszination; Ablenkung; Frustration; Dialogversuch mit den Berufsbildern; Illusionen; Naivität; starke Eindrücke in der Fremde der Ausbildungsorte; relatives Desinteresse am Angesagten; Ausnutzen der Freiräume in der Schule; Galeriekontakte; keine Strategie; Versuch, das Ehrlichste zu tun; die Direkteste Aussage; das Thema des Lebens; Identität durch Kunst durch Identität; machen, was ansteht; zu wenig für die Kunst; zu wenig für die Schule; Erfüllung im Tun; zwei Welten – zwei Seiten.

 
Biografie
Oliver Boberg (*1965 in Herten, Kreis Recklinghausen), lebt und arbeitet in Fürth. Er studierte von 1985 bis 1986 Kunstgeschichte an der Universität Würzburg und von 1986 bis 1993 bei Prof. H.P. Reuter an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Ausstellungen (Auswahl): “Übersicht, Konstruktionen der Wahrheit”, Fototage Darmstadt, Darmstadt (2007); “De Ontdecking van de Traagheid”, Stichting KW14, s´Hertogenbosch, NL (2007); “Oliver Boberg, new works”, RonMandos Gallery, Amsterdam, NL (S) (2007); “Spectacular City – Photographing The Future”, NRW Forum, Düsseldorf (2007); “Spectacular City – Photographing The Future”, Netherlands Architecture Institute, Rotterdam, NL (2006); “Oliver Boberg”, Lora Reynolds Gallery, Austin, Texas, USA (S) (2006); “Artist´s Choice: Herzog & DeMeuron, Perception Restrained”, Museum of Modern Art, New York, NY (2006); “Oliver Boberg”, dckt contemporary + Paul Morris Gallery, New York (S) (2006); “Drei Seiten – three Pages”, Galerie Karin Sachs, München (S) (2006); “Multiple Räume: Seele, Park, Film”, “Multiple Räume (3): Film – Illusion und Imagination in der Kunst”, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2005); “Post_modellismus”, Krinzinger Projekte, Wien (2005); “19 Rainstorms”, Western Bridge, Seattle, Washington, USA (2005); “Der verstellte Blick”, kunst galerie fuerth, Fürth, (S) (2005); “Alegoria Barroca Na Arte Contemporânea, Centro Cultural Banco do Brasil, Rio de Janeiro, Brasilia (2005); “Re:modern”, Künstlerhaus Wien, Wien (2005); “Perfect Places”, Yerba Buena Center for the Arts, San Francisco, USA (S) (2005); “Oliver Boberg: No Man´s Land”, Duolun Museum of Modern Art, Shanghai, China (S) (2005); “el mundo en que vivimos” Koldo Mixtelena Kulturunea, San Sebastian, (S) (2005); “A la recherche du paysage perdu”, Casino Luxembourg, Luxembourg (2005); Kunsthalle Baden-Baden, Baden-Bade (2005); “Oliver Boberg”, Photomuseum, Den Haag, (S) (2004); “Paisaje & Memoria / Landscape & Memory”, La Casa Encendida Madrid, Spain (2004); “Wirklich wahr! Realitätsversprechen von Fotografien”. Ruhrlandmuseum Essen, Germany (2004); “Cambio de Valores – Fondos de la Coleccion fundacion ARCO”Espai dart Contemporani de Castello, Spain (2003); Kunstverein Hannover, Hannover (S) (2003); Constructed Realities: Contemporary Photography, Orlando Museum of Art, Orlando, Florida, USA (2003); Wahrnehmungsmuseum, Graz, Austria (S) (2003);Positionen und Tendenzen 2003, Kunsthalle, Kunstbunker Nürnberg (2003); Paul Morris Gallery, New York, USA (S) (2003);Die Neue Kunsthalle Mannheim, Kunsthalle Mannheim (2003); Constructed Realities, The Garden of Golf, Environments and Realities, Las Vegas Art Museum, Las Vegas, USA (2003); Moving Pictures, Guggenheim Museum, New York, USA (2003); L.A.Galerie - Lothar Albrecht, Frankfurt (S) (2002); Imago 2003, Universidad de Salamanca, Centro de Fotografia, Spain (S) (2002); True Fictions, Ludwig Forum für Internationale Kunst , Aachen (2002);Seeing Things, Victoria and Albert Museum, London, UK (2002);Art-chitektur, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen (S) (2002); In Szene gesetzt. Architektur in der Fotografie der Gegenwart: Museum für Neue Kunst, ZKM Karlsruhe (2002), Städtische Galerie Erlangen (2002), Kunsthaus Kaufbeuren (2002); Paradise in Search of a Future, Part II, Atlanta Contemporary Art Center, Atlanta, USA (2002); Paradise in Search of a Future, CEPA Gallery , Buffalo, NY, USA (2001); Oliver Boberg, The Museum of Contemporary Photography, Chicago, IL, USA (S) (2001);Urban Pornography, curated by Lauri Firstenberg, Artist Space, NY, USA (2001);Phigment, Irvine Fine Arts Center, Irvine, CA, USA (2001);Wirklichkeiten, Städtische Galerie, Schweinfurt (S) (2001);Himmel, L.A. Galerie - Lothar Albrecht, Frankfurt (S) (2001);Skies, Paul Morris Gallery, NY, USA (S) (2001);Photo-Synthesis - Recent Developments in Contemporary Photography, Camino Real Gallery, Boca Raton, Florida, USA (2001); Galeria Helga de Alvear, Madrid, Spain (2001); Contemporary German Photography, Mark Moore Gallery, Santa Monica, USA (2001); Galerie Karin Sachs, München (S) (2001);Rocks and Trees, Photographic Resource Center, Boston University, MA, USA (2001); Supernature - Landscape in Contemporary Art, Inman Gallery, Houston , USA (2001); Supermodels, Massachusetts Museum of Contemporary Art, North Adams, MA, USA (2000); Über die Wirklichkeit, Erzbischöfliches Diözesanmuseum, Cologne (2000);Zeitgenössische Positionen zur Architekturphotographie, Museum Ludwig, Cologne (2000);Das ist nicht die Wirklichkeit, Städtische Galerie, Erlangen (S) (2000);Dirty Realism, Robert Paerre Gallery, curated by Sima Familant & Caitlan Masley, Tucson, AZ, USA (2000);Experiment, San Francisco Museum of Modern Art, CA, USA (2000); Codici Virtuali /Virtual Codes, Salara, Bologna, Italy (2000).

 

 


Ilonka Czerny, Kunst-Raum-Akademie, Stuttgart


Solitäre oder Stadtmöblierung
– Kunst im öffentlichen Raum als Chance für Künstler und Betrachter

Kunst im Außenbereich – speziell im öffentlichen Raum – wird von den Fachleuten forciert, von den Politikern oft strategisch genutzt und von der Bevölkerung nicht immer geduldet. Sie birgt oft per se Konfliktpotenzial und ein heftiger Diskurs ist die Konsequenz. In diesen Auseinandersetzungen liegen Chancen für Künstler und Betrachter, die positiv und konstruktiv genutzt werden können. Eine adäquate Kunstvermittlung ist dabei sehr wichtig. Die Kunst im öffentlichen Raum hat einen konkreten Standortvorteil und um sie zu betrachten muss keine Hürde überschritten, sondern die eigene Toleranzschwelle hinterfragt werden.

 
Biografie
Ilonka Czerny M.A., geboren am 27. November 1966 in Groß-Gerau/Hessen

Studium der Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Theologie, Doppelstudium in Frankfurt/Main (1. Staatsexamen und Magister), Auslandsstudium in Innsbruck, Promotionsstudiengang in Kassel, Praktikum am Solomon R. Guggenheim Museum, New York, zehn Jahre Mitarbeiterin am Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M., Werkverträge an der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/M. und der Kunsthalle in Emden, seit 2001 Referentin für Kunst an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Kuratorin der Ausstellung nA(R)Türlich für den Deutschen Katholikentag in Ulm 2004, seit 2006 Lehrauftrag für Kunstgeschichte an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Publikationen und Vorträge zur Kunst der 50er- und 60er-Jahre, der zeitgenössischen Kunst, insbesondere zur Kunst im öffentlichen Raum, Lichtkunst, Plant-Art, Eat-Art und theoretischen Fragestellungen.

 

 


Prof. Dr. Christian Demand, AdBK Nürnberg


Wie ernst nimmt die Akademie ihre eigene Lehre?

Unsere zeitgenössischen Kunstakademien stehen in direkter Nachfolge der Lehrinstitute, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts ausgehend von Italien gegründet wurden. Deren öffentliche Legitimation ruhte auf dem Glauben an einen überzeitlichen Kanon idealer Schönheit und künstlerischer Vollendung. Spätestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts darf dieser Konsens bekanntlich als erledigt gelten. Heutige Kunsttheorie predigt den Abschied von allen normativen Ansprüchen und Verbindlichkeiten, sofern die Künstler sie sich nicht selbst auferlegt haben. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage nach Begründung und Ziel akademischer Lehre: Wie verhält sich eine Institution, die etwas lehren soll, das sich nach eigenem Eingeständnis prinzipiell nicht lehren läßt? Empfindet sie es als Legitimationsdefizit, das es zu reflektieren und anzugehen gilt, oder folgt sie lieber der Schwerkraft und macht weiter wie bisher?

 
Biografie
Christian Demand (*1960 in München) war nach einem Studium in Philosophie und Politikwissenschaft und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule zunächst zehn Jahre als Musiker und Komponist tätig. Im Anschluss daran arbeitete er weitere zehn Jahre als Hörfunk-Journalist beim Bayerischen Rundfunk, wo er zahlreiche Funkessays, Kolumnen und Rezensionen vorwiegend zu kulturellen und kulturpolitischen Themen veröffentlichte. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er seit dem Sommersemester 2000 zunächst als Lehrbeauftragter, später als Gastprofessor im Fach „philosophische Ästhetik“ an der Universität für angewandte Kunst, Wien.

Wie bereits in dem Buch „Die Beschämung der Philister. Wie die Kunst sich der Kritik entledigte“ (Springer 2003), einer gekürzten Version seiner Habilitationsschrift, beschäftigt sich Christian Demand in seinen wissenschaftlichen Aufsätzen und Vorträgen vor allem mit Fragen der Kunstkritik und Kunsttheorie. Nebenbei kommentiert er in der Ästhetikkolumne der Zeitschrift Merkur aktuelle Entwicklungen und Diskussionen im Kunstbetrieb. Prof. Dr. Christian Demand lehrt seit 2006 Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

 

 


Sandra Dörfler, Schrägspur-Büro, Karlsruhe


Gestalterinnen und Kunstvermittler:
Schrägspur – internationales Studenten-Video-Festival

Zwei Design-Studentinnen, eine Vision und ein Diplom – Anleitung zum Verlassen des Elfenbeinturms: Von der Nischenfindung zur Netzwerkbildung, von der Sponsorensuche zur Fernsehsendung, vom Sprung ins kalte Wasser zur Selbständigkeit, und was man mit einer Abschlussarbeit so alles auf die Beine stellen kann … Erfolgsrezept: ein ungewöhnlicher Ort fernab der Großstadt – für die einen ein zünftiges Renterparadies, für die anderen Kontrastprogramm pur mit experimenteller, studentischer Videokunst vor zartem Alpenglühen. Oder: wie man anderen, aber auch sich selbst einen Rahmen schafft, in die Öffentlichkeit zu treten und wie dies zum Selbstläufer werden kann.

 
Biografie
Sandra Dörfler, ein Jahr nach der documenta 5 in selbigem Veranstaltungsort geboren, später in Karlsruhe niedergelassen. Bei den Professoren Gunter Rambow und Kurt Weidemann an der HfG Karlsruhe in die Lehre gegangen – mit Farbe und Schrift experimentiert und dabei den Meistern über die Schulter geschaut. Zwischendrin als Praktikant und Freelancer in Frankfurt und Stuttgart das Handwerk gelernt. Zum Diplom 2000 »Schrägspur – 1. internationales Studenten-Videofestival« vor atemberaubender Alpenkulisse zusammen mit Katharina Räderer inszeniert, gestaltet und organisiert. Mit toller Resonanz und prominenter Unterstützung vom Festivalfieber gepackt, drei weitere auf die Beine gestellt und Zwischenstop beim Öffentlich-Rechtlichen im Print gemacht. Gleich anschließend (2001) mit der ehemaligen Diplom-Leidensgenossin (Partnerin) schräg neben der Spur, aber voll auf Linie mit der „Schrägspur“ als Chef agiert. Zwischendrin mit gleichem Engagement und Motivation als Dozentin an der HfG Karlsruhe, FH Münster und HBK Saar Erfahrung vermittelt und erste Hilfe in Gestaltung geleistet. Nun mit einem Fuß in der grafischen Gestaltung von Sportveranstaltungen und im Tourismus, mit dem anderen in der grafischen Umsetzung von Projekten aus dem kulturellen Umfeld tätig.

 

 


Ju.-Prof. Dr. Alexandra Karentzos,
Universität Trier


Kunst/Praxis/Wissenschaft – Eine Annäherung

Kunst, Wissenschaft und Kunstmarkt sind heute ausdifferenzierte Bereiche der Gesellschaft. Waren Wissenschaft und Kunst noch bis ins 18. Jahrhundert hinein in der Tradition der artes liberales miteinander verbunden, bilden sie seit Beginn der Moderne voneinander getrennte Systeme, die zwar nicht unabhängig voneinander sind, aber jeweils einer Eigendynamik folgen. Für die Ausbildung an Kunsthochschulen ergibt sich daraus die Schwierigkeit, Kunst und Wissenschaft miteinander zu verbinden. Dass ein entsprechender Austausch für beide Seiten produktiv sein kann, steht außer Frage, doch aufgrund der Autonomie beider Systeme versteht er sich nicht von selbst. In dem Vortrag möchte ich unterschiedliche Projektformate vorstellen, mit denen versucht werden kann, einen Dialog dieser verschiedenen Positionen herzustellen und sie zusammenzuführen.

 
Biografie
Alexandra Karentzos (*1972), Dr. phil., ist Juniorprofessorin für Kunstgeschichte an der Universität Trier. Von 2002 bis 2004 war sie wissenschaftliche Assistentin bei den Staatlichen Museen zu Berlin und lehrte an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig. Sie ist Mitbegründerin des Centrums für Postcolonial und Gender Studies an der Universität Trier. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Körper und Gender, Ironie und Postkolonialismus, Orientalismen, Kunst und Tourismus, Antikenrezeptionen.

Publikationen u. a.: Der Orient, die Fremde. Positionen zeitgenössischer Kunst und Literatur. Bielefeld: transcript 2006 (hg. zusammen mit Regina Göckede); Kunstgöttinnen. Mythische Weiblichkeit zwischen Historismus und Secessionen, Marburg: Jonas 2005; Gender Studies und Systemtheorie. Studien zu einem Theorietransfer. Bielefeld: transcript 2004 (Mithg. Sabine Kampmann, Thomas Küpper); Parastou Forouhar. Tausendundein Tag. Ausstellungskatalog, Nationalgalerie Berlin, Köln: Walter König 2003 (mit Britta Schmitz); Körperproduktionen – Zur Artifizialität der Geschlechter. Marburg: Jonas 2002 (Mithg. Birgit Käufer, Katharina Sykora).

 

 


Dr. Angelika Nollert, Siemens Arts Programm, München


Kulturförderung – Schlüssel zum Glück?

Kultur entsteht und entwickelt sich im Grundsatz unabhängig von den Gesetzen des Marktes. Um existieren zu können, braucht sie fördernde Maßnahmen, ideelle und pekuniäre. Kulturförderung existiert in vielfältigster Weise von öffentlicher sowie von privater Seite. Gibt es Kulturförderung um ihrer selbst willen? Und wie bemisst sich die Qualität von Kulturförderung? Kulturförderung erscheint dann gut und sinnvoll, wenn die künstlerischen Tätigkeiten ernst genommen und wenn an diese keine Anforderungen gestellt werden, die sich nicht selbst aus der künstlerischen Arbeit ergeben oder mit denen der Künstler oder die Künstlerin nicht einverstanden sind.
In meinem Vortrag werde ich die Struktur des Siemens Arts Program als einer kulturfördernden Abteilung eines Privatunternehmens präsentieren. Am Beispiel der internationalen Ausstellungsreihe „Academy“ soll dann die spezifische Arbeitsweise vorgestellt werden.

 
Biografie
Dr. Angelika Nollert studierte nach einer Bankausbildung Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an den Universitäten Würzburg und Münster.

Sie arbeitete für Ausstellungsprojekte in verschiedenen Museen, u. a. für Skulptur. Projekte in Münster 1997. Von 1997 bis 2000 war sie Kuratorin des Portikus in Frankfurt am Main, bevor sie 2001 die Projektleitung der documenta11 in Kassel übernahm. Seit Oktober 2002 ist sie Projektleiterin für Bildende Kunst beim Siemens Arts Programm in München. Ab Oktober 2007 wird sie die Leitung des Neuen Museums – Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg übernehmen. Lehrveranstaltungen, Vorträge und Publikationen zur zeitgenössischen Kunst.

 

 


Ingrid Raschke-Stuwe,
Montag Stiftung Bildende Kunst


Den Umgang mit zeitgenössischer Bildender Kunst selbstverständlicher machen

Dass der Umgang mit zeitgenössischer Bildender Kunst, besonders im öffentlichen Raum, nicht unproblematisch ist, ist allgemein bekannt. Seit 1998 konzipiert und realisiert die Montag Stiftung Bildende Kunst, Kunstprojekte im nicht musealen Zusammenhang, im öffentlichen oder „halböffentlichen“ Raum. Ein erklärtes Ziel der Stiftung ist es, den Umgang mit zeitgenössischer Bildender Kunst selbstverständlicher zu machen. Neben der praktischen Projektarbeit legt sie seit einiger Zeit ein stärkeres Augenmerk auf die Verbindung von Theorie und Praxis. „Heraus aus dem Elfenbeintum!“ ist das erste größere Verbundprojekt mit mehreren Kunsthochschulen im In-und Ausland.

 

Biografie
Ingrid Raschke-Stuwe (*1954 in Köln-Merheim) ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Studium von Kunstgeschichte, Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte an der WWU in Münster (Magister artium); seit 1987 Konzeption und Organisation von Kunstprojekten im Bereich zeitgenössische Bildende Kunst; seit 1991 hauptamtliche Geschäftsführerin des Kunstvereins Galerie Münsterland e. V. in Emsdetten; seit 1997 Kuratorin Montag Stiftung Bildende Kunst, Dresden/Bonn (Schwerpunkt: zeitgenössische Bildende Kunst im öffentlichen Raum); Mitinitiatorin und Ideengeberin der Skulptur-Biennale im Münsterland (1999-2005) sowie Mitglied der Jury und des Kuratoriums; seit 2005 Mitglied im Kulturrat Münsterland; seit 2005 Vorstand und Kuratorin der Montag Stiftung Bildende Kunst, Bonn; 2007 Kuratorin „Tatort Paderborn – Irdische Macht und Himmlische Mächte“, Kunst im öffentlichen Raum, Veranstalter: Stadt Paderborn. Weitere Tätigkeitsbereiche: umfangreiche kuratorische Arbeit im In-und Ausland, kunstwissenschaftliche Recherche und Forschung, Künstlerbiographien, Textbeiträge in Kunstkatalogen, Einführungen in Ausstellungen, Vorträge, Jurytätigkeit, etc.

 


Thomas Rentmeister, Künstler, Berlin


Ein Werkbericht

Im Rahmen der Tagung „Heraus aus dem Elfenbeinturm!“ stellt Thomas Rentmeister (Berlin) seine Arbeit vor und entwickelt im Anschluss mit den Studierenden eine künstlerische Arbeit für den Außenraum. Das Ergebnis wird im Rahmen der Jahresausstellung auf dem Gelände der Akademie präsentiert. Dabei ist der Workshop bewusst als offener Prozess ohne inhaltliche Vorgaben angelegt: Ob und wie sich dieses Projekt in der Kürze der Zeit und als Teamwork konzipieren und umsetzen lässt, hängt somit wesentlich von der Bereitschaft der Teilnehmer ab, sich gemeinsam auf ein solches Experiment einzulassen.

 
Biografie
Thomas Rentmeister (*1964 in Reken/Westfalen) lebt in Berlin.

1984-1985 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf Abteilung Münster, 1987-1993 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Günther Uecker und Alfonso Hüppi, Meisterschüler von Alfonso Hüppi; 1988-1989 Philip Morris-Stipendium, Berlin; 1996 Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn; 1999 Werkstattstipendium der Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil und Lehrauftrag an der Kunsthochschule Kassel; 2002 Piepenbrock Nachwuchspreis für Bildhauerei; 2002-2004 Gastprofessur an der Universität der Künste, Berlin; 2005-2006 Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin Weissensee.

Einzelausstellungen: "Mehr", Haus am Waldsee, Berlin 2007 (Kat.); "Die Löcher der Dinge", Museum am Ostwall, Dortmund 2006; "Minimal Pop", Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam 2005; "Zwischenlandung", Museum zu Allerheiligen/Kunstverein Schaffhausen 2005 (Kat.); "Zwischenlandung", Kunsthalle Nürnberg 2004 (Kat.); Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Berlin 2002; Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen, mit Hanspeter Hofmann 2001 (Kat.); "braun", Kölnischer Kunstverein, Köln 2001 (Kat.); "angesichts", Städtische Galerie Nordhorn, mit Jason Martin 1998 (Kat.); Centre d'art contemporain de Vassivière en Limousin, 1997 mit Thomas Demand; "Who is afraid of Yello and Fred?", Bahnwärterhaus, Galerien der Stadt Esslingen 1997; Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach 1995 (Kat.).

 

 


Michael S. Riedel, Künstler, Berlin


Realität: Der Künstler

Kanzler Biographien, Künstler Mythen und Geschlechter wieder ein Angebot – Fall Beispiel: Man ihnen war: Erfolg das Problem

Die Kunstgeschichte seine erfolgreichen Wissenschaft - Disziplin unter den Geistes- oder Kultur Wissenschaften, wenn man den besonderen Erfolg eines ihrer Haut-Künstler Biographie- und dessen Auswirkungen verschieden Bereiche westlichen Gesellschaften ein verfolgt keine andere Fachdisziplinen scheinbar so weniger Probleme, ihre Gegenstand einer breiten Publikum zu vermitteln wie die Kunstgeschichte. Zahlen sehen, Ausstellungen Biennale Zeitalter der Globalisierung der gewachsen und Geschwindigkeit der kann sie um zeitgenössische Kunst und Künstlerinnen einer Weise zugenommen, dass sich mit Zukunft des Faches- und um sich Zukunft unzählige historischer zeitgenössische Kunst Herren - keine Sorgen machen müsste. Frage allerdings, ob diese Erfolge außer in den Vorteilen auch Nachteile hat aber nicht sogar ein besonders Publikum für eine Kunstgeschichte darstellt, die ihre eigenen Voraussetzung, ihre Geschichte und Funktion kritisch beleuchtet und sich selbst als Wissenschaft -Disziplin thematisiert - eine Selbstkritik, die sich zwangsläufig auch auf die einen ideologischen Konstruktion und Autor-Grenze schafft beziehen uns, wie sie sich in Kürze Biographien manifestiert, die keineswegs objektiven manchmal sondern mit Wertungen verbunden sind, die unter anderem Zuschreibung der Geschlechter Referenz  enthalten. Diese Konstruktion mit ihren individuellen nationalen Mythen sind seit langem Gegenstand Täterschaft zu und nicht in der Geistes- und Kultur Wissenschaften sondern selbst sondern auch Gegenstand der künstlerischen Reaktionen von Seiten der Künstlerin.

 
Biografie
Michael S. Riedel, (*1972) Kunstakademie Düsseldorf; École des Beaux Arts Paris; Städelschule Frankfurt a. Main.

Ausstellungen (Auswahl): Christopher Wool, Gabriele Senn Galerie, Wien (2001); Gilbert & George, Portikus, Frankfurt a. M. (2002); Kontext Form Troja (GA), Wiener Secession (2003); ‘Au fur et à mesure que la saison s’avança..., Gabriele Senn Galerie, Wien, (2003); Anekdotenkonferenz, Oskar-von-Miller Strasse 16, Frankfurt a. M. (2003); Schleifmühlgasse 1a, Armory Show, New York. (2003); Quasi Portikus, Portikus, Frankfurt a. M. (Frieze Art Fair, London) (2004); NOSNHO.-......, Galerie Michael Neff, Frankfurt a. M. (2004); Wiener Linien (GA), Museum Wien (2004); Neo,  David Zwirner Gallery, New York (2005); Kühn Malvezzi, Architekturgalerie Aedes West, Berlin (2005); London Report, Gabriele Senn Galerie, Wien (2005); Les Grands Spectacles, Museum der Moderne, Salzburg (2005); One and three chairs (1) (GA), Biennale für zeitgenössische Kunst, Moskau (2005); Tirala, Statements Art Basel (2006); Galerie Michael Neff, Frankfurt a. M. (2006);  Fine Art Fair Frankfurt a. M. , Kunsthalle Bern (2006).

Seit 2000 Oskar-von-Miller Strasse 16, Frankfurt a. M. Ausstellungsraum Oskar-von-Miller Strasse 16 gemeinsam mit Dennis Loesch.

 

 


Prof. Dr. Sigrid Schade,
Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich


Wie Fiktionen wirklich werden: zur Tradierung von KünstlerInnenmythen

Vorstellungen von Künstlerschaft und Kreativität sind seit der Renaissance mit Erwartungen an eine besondere Produktivität und Sensibilität des Künstlers geknüpft. Kriterien handwerklicher Präzision und der Erfüllung allgemeiner ästhetischer Normen wurden durch die Konzepte der „Idea“ und des Normbruchs abgelöst. Künstlermythen überdauerten vom Auftragskünstler (Warnke) zum Ausstellungskünstler (Bätschmann) in veränderter Erzählform. Künstlerbiografik, Künstlerselbstzeugnisse, Kunstkritik und Kunstgeschichte bilden bis heute einen „geschlossenen Kreislauf“, in dem diese Mythen immer wieder reproduziert werden. Akademien und Kunsthochschulen waren und sind daran beteiligt - insbesondere durch das Meisterklassen-System. Dies hat soziale und geschlechtsspezifische Konsequenzen sowohl für die Vermittlung als auch für die Karrieren. Zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen thematisieren dies teils kritisch, teils affirmativ. In beiden Fällen können sie von den Mythen profitieren. In den reflektierten Fällen können die Mythen aber als unbewusste Erwartungshaltung (auch des Publikums) sichtbar gemacht werden.

 
Biografie
Prof. Dr. Sigrid Schade, seit 2002 Leiterin des Instituts Cultural Studies in Art, Media and Design an der HGK Zürich, Mitglied der Erw. Hochschulleitung; seit 2007 Mitglied des Hochschulrats der Muthesius Kunsthochschule Kiel; 1994 - 2005 Prof. für Kunstwissenschaft und Ästhetische Theorie an der Universität Bremen, davor verschiedene Gast- und Vertretungsprofessuren an der Universität Tübingen und der Humboldt Universität zu Berlin, wiss. Mitarbeiterin an der Tu Berlin und am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Studium und Promotion an der Universität Tübingen, Habilitation an der Universität Oldenburg. Gastkuratorin und Museumstätigkeiten, freie Mitarbeit im Österreichischen Rundfunk.

Neuere Buch-Veröffentlichungen u. a.: "Is it now?“ – Gegenwart in den Künsten, hg. v. Sigrid Adorf, Sabine Gebhardt Fink, Sigrid Schade und Steffen Schmidt., Zürcher Jahrbuch der Künste 2006 (Hg. Hans-Peter Schwarz) Zürich 2007;SchnittStellen, hg. v. Sigrid Schade, T. Sieber u. G. C. Tholen, Basel 2005; Buch/Medium/Fotografie, hg. v. Sigrid Schade u. A. Thurmann-Jajes, deutsch und englisch Köln 2004; Aufsätze u. a.: Künstlerbiografik, Künstlermythen und Geschlechterbilder im Angebot. Fallbeispiel Marlene Dumas, in: Dienstleistung Kunstgeschichte. Wissen und Gewissen. Anspruch und Auftrag, hg. v. Oskar Bätschmann und Julia Gelshorn, Berlin 2007 (Im Druck); Strategien des >Zu-Sehen-Gebens<: Geschlechterpositionen in Kunst und Kunstgeschichte, zus. m. Silke Wenk in: Hadumod Bussmann, Renate Hof (Hg.): Genus. Geschlechterforschung und Gender Studies in den Kultur- und Sozialwissenschaften, Stuttgart 2005; Die Medien/Spiele der Puppe - Vom Mannequin zum Cyborg  in: http://www.medienkunstnetz.de/; Scheinalternative Kunst- oder Bildwissenschaft. Ein kulturwissenschaftlicher Kommentar, in: Kornelia Imesch et al. (Hg.): Zukunftsvisionen,  Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich 2004.

 


Christoph Schäfer, Künstler, Hamburg


„Aneignungen“ des öffentlichen Raumes: parc fiction und die Folgen

...schließlich reitet unser Held auf der Highstreet ein. Statt nun mit gestärktem Selbstbewusstsein den Gegner abzuballern, (den Konkurrenten damit zwar aus dem Weg zu räumen, sich selbst aber mit diesem Akt in die ödipale Ordnung eingefügt zu haben) macht Hill etwas vollkommen anderes, nämlich zunächst eine Gymnastikübung auf dem Pferd: Einen virtuosen, halbminütigen Schulterstand. Wie der gute Künstler, zieht sich Terence Hill also nicht in den Elfenbeinturm der Institution zurück, sondern begibt sich mitten unter die Leute. Doch für den Ausflug ins echte Leben kann Terence Hill einige wichtige Dinge mit auf den Weg geben: Spiel das Spiel nach eigenen Regeln; schau Dir die Welt aus einer anderen Perspektive an; führe eine neue, künstlerische Sprache ein und setze damit die Sprache der herrschenden Institution außer Kraft. Und schließlich: erscheine zu einem Dialog mit der Zivilgesellschaft niemals unbewaffnet.

 
Biografie
Christoph Schäfer ist Konzeptkünstler und lebt in Hamburg. Bereits Anfang der Neunziger Jahre interessierte er sich für städtische Situationen, und wie sie durch Kunst verändert werden können. Seinen Arbeiten gehen genaue Beobachtungen des Alltagslebens voraus, und sie werden aus dem Vokabular der Stadt heraus entwickelt. Die Filminstallation „Revolution Non Stop“ (2000) verwandelte einen Teil der Hamburger Innenstadt in ein „Spiel mit den Resten der Überproduktion in den zukünftigen Ruinen des Fordismus“. Als Teil der Gruppe „Park Fiction“ interessiert ihn der Austausch mit unterschiedlichen Subjektivitäten und die gemeinsame Neudefinition eines öffentlichen Raums. Mit „Park Fiction“ war Schäfer Teilnehmer der Documenta 11 (2002). Im darauf folgenden Jahr subkuratierte er mit Margit Czenki und Christiane Mennicke den Kongress „Unlikely Encounters in Urban Space“. Als Gast des Sarai Media Lab untersuchte er irreguläre Siedlungen in den Megastädten Delhi und Kalkutta, und befasste sich auf Einladung des Goethe Instituts mit der wechselseitigen Beeinflussung von Medien, Technologie und Stadt in Bangalore. Erfahrungen mit grauen Ökonomien in Indien flossen in seine Installation „Hoang's Bistro“ (Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, 2005) ein, die sich mit den wachsenden vietnamesischen Schattenstädten in Leipzig befasst. Mit „Saloon La Realidad“ eröffnete Schäfer 2006 im Kunsthaus Dresden ein Themencafé, an dessen Tischen das wechselnde Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit verhandelt wird.

 

 


Florian Waldvogel, Witte de With, Rotterdam


Das Schweigen der Bilder

Ein sich ständig verändernder Kunstbegriff und seine historischen Bezüge in ihrer Verschränkung mit gesellschaftspolitischen Diskursen erfordern sowohl eine kontinuierliche Neubestimmung tradierter Konstellationen zwischen KünstlerIn – VermittlerIn – Publikum als auch eine Auseinandersetzung mit neuen Praxisfeldern. Um eingespielten gesellschaftlichen Hegemonien entgegenzuwirken, ist eine kritische Auseinandersetzung mit denjenigen politischen, sozialen, und medialen Bedingungen notwendig, die Kunstbegriffe und Kunstpraktiken wesentlich prägen.

 
Biografie
Florian Waldvogel (geb. 1969) studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule Frankfurt/Main. Meisterschüler bei Prof. Kasper König. 2001-2003 Künstlerischer Leiter der Kokerei Zollverein | Zeitgenössische Kunst und Kritik, Essen, Kurator NIZZA TRANSFER, Frankfurt (2004). Co-Kurator Just Do It!, Linz (2005), Manifesta 6 in Nicosia, Zypern (2006), Das Grosse Rasenstück, Nürnberg (2006) und KölnShow2 (2007). Seit 2006 Kurator am Witte de With, Rotterdam. Herausgeber von Frankfurter Positionen 01 (2001), Mitherausgeber von Arbeit Essen Angst (2001), Campus (2002) und Handbuch Antirassismus (2002), Die Offene Stadt: Anwendungsmodelle (2003) und Critical Condition von Julie Ault und Martin Beck (2003), Bank 1-3 (2004), Just do it! (2005), KölnShow2 (2007). Autor von Who let the dogs out (2001).

 


Pia Zierhut, Künstlerin, New York


Elfenbeintürme oder Leuchttürme? – Eine Art Lustprinzip

„A WALK THROUGH THE PARK A STEP IN THE DARK, I’M GETTING AWAY NO TIMESQUARE TODAY..“
Wie ein „Bikeride“ durch den Central Park Richtung Downtown „Timessquare“ die Erleuchtung brachte… Navigieren können, einen Helm tragen und sich immer gefasst machen - am Fuße einer mit Lichtern überfluteten Wildnis und auf der scheinbar erholsamen Route durch den verkehrsberuhigten Central Park Loop – Wege und Beispiele einer Kunststudentin nach der Akademie Zeit, integriert zu einer Show. Bilder, die zeigen wie sie sich gedanklich mit der neuen Situation auseinandersetzt, insbesondere mit den Leuchttürmen der Kunstmessen, den sinnbildlichen Display Wänden des Ttimessquare, den „Hotlists“ nach denen Kunst verkauft wird.
Die Kunstakademie und ihr After Life - Ein virtueller Bike Ride durch Manhattan.

 
Biografie
Pia Zierhut (*1976 in Schweinfurt); 1996-2003 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Hans-Peter Reuter, Gastprof. Bernhard Martin und Prof. Ottmar Hörl; 2001-2002 New York – Künstlerin auf Wanderschaft; lebt seit 2003 in New York und arbeitet als freischaffende Künstlerin.

Preise und Stipendien: Belobigung der Akademie Nürnberg, Kunstpreis Lauf (2000); Reisestipendium der IHK (2002) für den Videofilm „L’Amour Sans Retour“, NY 2001-2002 und Aufenthalt in Brasilien/Rückkehr in die USA/New York; Förderpreis der Frauenbeauftragten der AdBK Nürnberg (2003).

Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen (Auswahl): „Camping–Camping“ Klasse Martin im Volksbad Nürnberg (k) (2000); „public performances under the bridge“ New York und „Dieter/Dieter II“ Klasse Reuter, Zumikon Nürnberg (2001-02); Ausstellung „textiles“ ADBK (k) (2003); Eröffnungsperformance, Jahresausstellung der AdBK Nürnberg (2003); ArtBasel Miami, Self – Exhibit „Money Makes The World Go round“ (2003); ART Cologne, Köln, mit Kunstmarkt (2003); DUMBO, Brooklyn, New York, „Performing Liza on New Years Eve“ Self-Exhibit (2003/2004); Kunstköln, mit Kunstmarkt (2004); Galerie T40, Düsseldorf, Einzelausstellung (2004); „Siklóser Art“, Ungarn, Einladung als ausgewählte internationale Gastkünstlerin zur Wanderausstellung zeitg. ungarischer Kunst (k) (2004-2005); Siklos, Peks, Budapest, Prag, Moskau, Wien, Paris, Berlin, Rom (2004-2005); Galeristenpoker, 80 Washington Square, NY (2005); ViennAfair, „openstudio“ Kunstmarkt (2005); Art Frankfurt, Galerie T40 (2005); Einzelausstellung im Kasino der City Bank Düsseldorf (2005); Raus-Ausstellung Nürnberg (k) (2005); Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden, Einzelausstellung (2005); Beverungen, Sammler Heiner und Frank Hussong: Gründung einer „Agentur für Schöne Vorstellungen“ für die Künstler Holzpostkarte (2005); Kunstköln, Galerie Erhard Witzel (2006); Studentin der „Trump University“ (2006); Agentur für Schöne Vorstellungen, Zweigstelle auf: USC2832255-1/Andromeda Nebel, New York, Iron Copy Shop (2006); Toronto International Artfair TIAF, Galerie Erhard Witzel (2006); „Snack on Art“ New York Television (2006); Scope Artfair, New York „Ambassedora of Andromeda“ (2007); Armory Show, New York „Being on the Hotlist“ (2007); Vip Preview.Mac, a „reflective performance on the collectors choice“ (2007).

Publikationen: Kunstzeitung, Dot Digital Arts Magazine, Official Scope Documentary, „lenticular art“ (Katalog) „tout-fait“ (online Database for Duchamp Research), Kulturspiegel Schweinfurter Tagblatt.

Arbeit in den Bereichen Performance, Film, Installation, textile Skulptur, 3D Wackelbilder, Hologramm, 2D Fotografie und nontaktiler Gedankenskulptur. Außerdem betreibe ich eine musikalische Karriere als Sängerin und Komponistin und arbeite zusammen mit verschiedenen Künstlern in einem breiten Spektrum gesanglicher Möglichkeiten, auch im Cross-Over mit Bildender Kunst.

 


Filmprogramm

Filmprogramm in Kooperation mit dem Filmhaus Nürnberg
kommkino Nürnberg, Königsstr. 93, Nürnberg

Fischli und Weiß
Der geringste Widerstand (CH 1981, 30 min., AdBK-Mediathek, Courtesy T&C EDITION)

Ein Bär und eine Ratte möchten - wieder einmal - viel Geld machen. Diesmal mit Kunst. Bei einer Informationsreise finden sie in einer Galerie einen Toten, den sie gleich mitnehmen in der Hoffnung, durch ihn Zugang zur Kultur-, Action- und Finanzwelt zu finden. Statt dessen geraten sie aber in Streit über Fragen und Betrachtungen zum Thema „Kunst und Kriminalität“. Die Ratte versucht den Fall selbst zu lösen; für sie gibt es keine Trennung zwischen Künstler und Detektiv. Nach einem knapp überlebten Mordanschlag tun sich die beiden wieder zusammen, ernüchtert, und fassen Vorsätze, sich zu bessern, was nicht einfach scheint. Doch in tiefster Entmutigung entdecken sie eine Ordnung im Chaos der Welt, was sie zu Untersuchungen auf dem Gebiet der darstellenden Philosophie führt. Und von dort starten sie durch zu ungeahnten Einsichten und neuen Höhenflügen.

Gordon Matta-Clark
Food (USA 1972, 43 min., ZKM_Videokunstsammlung, Courtesy Electronic Arts Intermix, New York)

Gemeinsam mit Caroline Goodden, Suzanne Harris und anderen gründete Gordon Matta-Clark „Food“, einen Ort, der buchstäblich und im übertragenen Sinn unter Beweis stellte, daß Kunst ernähren kann. Das Restaurant wurde 1971 in SoHo eröffnet und diente der Künstlerszene Downtown Manhattans als Ort des Austausches. Der Film rekonstruiert fragmentarisch „Food“, ein Projekt der „Umgestaltung des Raums gemäß der eigenen Bedürfnisse“, ein Kunstexperiment, das die Frage nach der Beziehung von „Kunst und Leben“ in den 1970er Jahren neu stellte und die Grenze zwischen pragmatischen Bedürfnissen und der Kunst bewußt verwischte.