
KUNST AUS BILDUNG
16. und 17. November 2008
Kunstakademie Münster
Konzept
Die Tagung KUNST AUS BILDUNG stellt die Kunstausbildung zur Diskussion. Sie fragt nach der Zukunft der Kunsthochschulen in einer Zeit radikaler Veränderungen des Bildungssystems, die u. a. durch die Selbständigkeit der Hochschulen, die Etablierung des Bachelor-/Mastersystems oder die Einführung der Studiengebühren gekennzeichnet sind.
Wie kann die Ausbildung in den Kunsthochschulen der aktuellen gesellschaftlichen Lage von KünstlerInnen und ihrer künstlerischen Praxis gerecht werden? Wir beschäftigen uns mit einer Ausbildung für alle Studierenden, nicht nur für die wenigen, die nach der Kunsthochschule die klassische Karriere des Künstlers von der Galerie ins Museum vor sich haben. Das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Praxis, Wissenschaft, Ausstellungsbetrieb und Kunstmarkt wird dabei eingehend beleuchtet werden. Die Tagung lädt Lehrende an Kunstakademien gleichermaßen ein wie VertreterInnen des Kunstbetriebs (KünstlerInnen, KuratorInnen, LeiterInnen von Museen und Kunsthallen, KunstkritikerInnen), die die Anforderungsprofile an junge KünstlerInnen genau kennen.
Wie die Kunsthochschulen befindet sich die Arbeitswelt in einer radikalen Umstrukturierung. Man kennt die Schlagworte der Flexibilisierung, Deregulierung, Prekarisierung. Oft gilt dabei der Künstler als Rollenmodell für neues selbständiges Arbeiten, dafür dass man sein berufliches Profil immer wieder neu definiert und den Marktbedingungen anpasst, dass man sich selbst täglich auf´s Neue motiviert und immer wieder neu erfindet bzw. positioniert. Leisten die Kunsthochschulen dafür tatsächlich die adäquate Ausbildung? Sind KünstlerInnen, wenn sie die Akademie verlassen, auf ein Dasein als prekarisierte KulturarbeiterInnen ausreichend vorbereitet?
Welchen Stellenwert sollte die wissenschaftliche Ausbildung und Forschung in der Kunstakademie innehaben? Wie kann die Relation von Theorie und Praxis aussehen, wie kann eine praxisorientierte Wissenschaft gedacht werden? Wie sollen andere Berufsfelder im Kunstbetrieb, wie die der Kritiker, Kuratoren, Galeristen etc., in die Ausbildung in der Kunsthochschule integriert werden?
Die Kunstakademie Münster ist bekannt für eine explizit praxisorientierte Ausbildung mit zahlreichen Ausstellungsprojekten während der Studienzeit und der Einbindung der Studierenden in diverse "Kunst im öffentlichen Raum Projekte" sowie dem kunstwissenschaftlichem Fach „Kunst und Öffentlichkeit". Wie kann dieses Profil noch geschärft werden und in der nationalen und internationalen Konkurrenz durchsetzungsfähig bleiben?
Wichtig für die Nachhaltigkeit der Veranstaltung erscheint uns eine Publikation, deren Anspruch es wäre, in der Ausbildung der KünstlerInnen eine bedeutende Rolle zu spielen.
Um einen Bogen zur Lehre an der Kunstakademie zu schlagen, findet im Wintersemester 2007/08 ein Seminar von Hildegund Amanshauser zur Vorbereitung und Begleitung der Veranstaltung statt.
Konzeption
Hildegund Amanshauser (Kunstakademie Münster)
Mitarbeit
Dr. Stefan Rasche (Wissenschaftliche Mitarbeit)
Waltraud Murauer (Öffentlichkeitsarbeit)

