
Das Begegnungsprojekt in Jeleniewo vom 07.-21.09.2007 ist von deutschen und polnischen Studenten und Studentinnen als Anschlussprojekt an die
Sommerakademie 2005 in Irland entwickelt worden. Darin ging es um die gemeinsame Umsetzung der Projektziele, die den sozialästhetischen Irlandprojekten „Jenseits des Alltags“ zu Grunde lagen: Begegnung, Inspiration, Austausch, Erweiterung, Veränderung. Damit folgten die Projektverantwortlichen den Kriterien sozialästhetischer Pädagogik:
- Entwickeln kreativer Angebote aus den Gegebenheiten des Ortes,
- Finden und Umsetzen individueller Interessen und Gestaltungsideen,
- Einbringen individueller Beiträge in soziale Kontexte.
Eine Gruppe von vier polnischen und drei deutschen Studenten war von dieser Konzeption so überzeugt, dass sie den Versuch unternehmen wollten, ein eigenes Projekt mit polnischen und deutschen Schülern in Polen zu verwirklichen. In der einjährigen Vorbereitungszeit wurden geeignete Schülergruppen, kreative und erlebnispädagogische Angebote und der geeignete Ort für die Umsetzung ausgewählt.
Die Entscheidung fiel auf Jeleniewo mit seiner einzigartigen Naturlandschaft im Nordosten Polens, nicht weit entfernt von der weißrussischen und litauischen Grenze, die in ihrer Ursprünglichkeit die polnischen Studenten an Irland erinnerte.
Projektziele
- Internationale Begegnung in gemeinsamer, weitgehend sprachunabhängiger, kreativer Praxis als eine erlebnis- und inhaltszentrierte Form inklusiver Pädagogik,
- Nutzung der Chancen eines besonderen Angebots „Jenseits des Alltags“ für neue individuelle und soziale Ideen,
- Begegnung über künstlerische Angebote als dem unmittelbarsten Angebot für fantasievolles Eigengestalten und Gestalten in der Gruppe mit einem hohen nonverbalen Anteil,
- Nutzung von Natur und Kunst als die Basiselemente für kreatives Gestalten,
- Aufmerksamwerden für die Dynamik des Ortes und seine Gestaltungsinspirationen,
- Kennen lernen neuer Landschaften durch erlebnispädagogische Initiativen.
Teilnehmer
Aus der deutschen Vorbereitungsgruppe waren von den ursprünglich drei Studenten zwei Studenten verblieben. Die polnische Studentengruppe blieb unverändert.
Die teilnehmenden Schulen waren das katholische Gymnasium Opole mit neun polnischen Schülern (sechs Mädchen und drei Jungen im Alter von 13 – 15 Jahren) und die Förderschule für emotional und sozial benachteiligte Kinder, Berliner Straße, Köln mit sieben Schülern (fünf Jungen und zwei Mädchen im Alter von 13 - 16 Jahren). Begleitet wurden die Schüler von Lehrern , die die Schulen ausgewählt hatten. Von polnischer Seite war es die stellvertretende Direktorin und Deutschlehrerin, Frau Dr. Gabriela Seifert-Knopik, von deutscher Seite die Klassenlehrerin der Mädchenklasse, Frau Simone Mumm und ein Lehrer mit Projekt- und erlebnispädagogischer Erfahrung, Herr Ralf Brune.
Programmablauf
Die erste Woche wurde von pädagogischen Beobachtern begleitet, die die Angebote und den Projektverlauf protokollierten, für Einzel- und Gruppengespräche zur Verfügung standen, aber auch an einzelnen Angeboten teilnahmen. Die Gruppe der deutschen Teilnehmer hat dieses Angebot umfassend genutzt, die Gespräche mit den polnischen Schülern und ihrer Lehrerin gingen zum größten Teil von den deutschen Begleitern aus. Aber auch sie verliefen in einer sehr offenen und informativen Atmosphäre. Die Übersetzungen wurden durch einen polnisch sprechenden deutschen Schüler und durch die polnische Pädagogin geleistet. Die Kommunikation zwischen den erwachsenen Projektteilnehmern wurde in englischer Sprache geführt.
Ergebnis
Als vorläufiges Ergebnis wurde von den polnischen Schülern bereits eine
äußerst positive Bewertung abgegeben. Mit den deutschen Teilnehmern finden noch weiterführende Gespräche statt.