
Bildungslandschaft Altstadt Nord
Projektbeschreibung
Im Herbst 2006 beschloss der Rat der Stadt Köln (
PDF-Dokument, 203 KB), mit Unterstützung der Montag Stiftungen ‚Urbane Räume’ und ‚Jugend und Gesellschaft’ aus Bonn ein in Nordrhein-Westfalen einmaliges Modellprojekt in Angriff zu nehmen:
Im Kölner Stadtteil rund um den Klingelpützpark soll ein Bildungsverbund entstehen, der im Kern die Hauptschule und die Grundschule am Gereonswall, das Abendgymnasium an der Kyotostraße, das Hansagymnasium am Hansaring, die Freizeitanlage Klingelpütz und den KSJ Jugendtower sowie eine noch zu errichtende Kindertagesstätte umfassen wird.
Ziel des Verbundes ist die Entwicklung und Gestaltung des Quartiers rund um den Klingelpützpark zu einer zukunftsfähigen und gemeinsam verantworteten Bildungslandschaft. Es sollen im pädagogischen und baulichen Sinne Räume geschaffen werden, die ein lebensnahes, verantwortungsvolles und inklusiv angelegtes Lernen und Lehren für alle Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtungen und für die Bürgerinnen und Bürger des Kölner Stadtteils Altstadt Nord ermöglichen.
Diese pädagogische Zusammenarbeit wird neue Raumprogramme in zum Teil neu entstehenden Gebäuden zur Folge haben. Sie werden gemeinsam in einem partizipativen Prozess geplant. So wird eine Architektur entwickelt, die optimal für alle Beteiligten nutzbar sein wird und den
Stadtteil um den Klingelpützpark stärkt.
Die Inhalte und die Formen der Zusammenarbeit wurden von den Einrichtungen selbst in insgesamt sechs
Werkstätten entwickelt. Sie wollen ihre Zusammenarbeit auf der Basis der Leitidee
„Bedeutungsvolles Lernen" gemeinsam gestalten.
Damit dieses Vorhaben bald Wirklichkeit wird, haben die Pädagogen der beteiligten Einrichtungen gemeinsam mit den Montag Stiftungen und der Stadt Köln eine
Kooperationsvereinbarung entwickelt, die am 5. Mai 2007 im Klingelpützpark von den Partnern unterzeichnet wurde.
Damit begann für die Einrichtungen die gemeinsame Arbeit, um in einem vielschichtigen Prozess die "Türen zu öffnen" und den Weg zu einer abgestimmten Entwicklung gemeinsam weiter zu gehen. Dabei wurden in zwei Arbeitsgruppen, der AG Bau und der AG Pädagogik, sowie in weiteren Projektgruppen Grundlagen erarbeitet, die in die weiteren Überlegungen und Entwicklungen Eingang finden. Viele Engagierte Akteure trafen sich regelmäßig, um sich auszutauschen und die Inhalte des Projektes weiter in die Zukunft zu denken. Ein Schwerpunkt für die zukünftige bauliche Entwicklung lag in der Abschätzung von möglichen Raumbedarfen in den Einrichtungen, die über die Beschreibung derzeitiger und zukünftiger Aktivitäten formuliert wurden.
Im Spätherbst 2007 fand in Köln ein
Partizipationsworkshop statt, auf dem über Möglichkeiten der Einbindung von Kindern und Jungendlichen in den Prozess nachgedacht wurde. Die Ideen, die von den Akteuren entwickelt wurden, werden im Jahr 2008 umgesetzt werden.
Der damit begonnene Partizipationsprozess wurde im Februar 2008 mit der
1. Ideenkonferenz fortgesetzt, auf der Schüler, Eltern, Anwohner und Unternehmer aus dem Stadtteil von nun an zwei mal im Jahr die Gelegenheit hatten, Ihre Ideen in das Projekt einzubringen.
Von Februar bis September 2008 haben Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner in einem
Städtebaulichen Planungsworkshop daran gearbeitet, Orte für die Bildungslandschaft Altstadt Nord zu definieren und Stadträume zu entwerfen. Vor allem die unterschiedlichen, für die Bildungslandschaft relevanten Nutzungen von Gebäuden und Freiflächen sowie die Wege, die die Partner der Bildungslandschaft zueinander zurücklegen, haben im ersten Planungsschritt einen Schwerpunkt gebildet. Dazu skizzierten die Planer Entwicklungsziele und Entwicklungsräume, die im Anschluss in einer Rahmenplanung weiter entwickelt und in der die weiteren Schritte festgelegt werden sollen. Am 8. Mai 2008 hat eine international besetzte Jury über die Planungsentwürfe beraten und zunächst zwei erste Preise vergeben. Am 29. September 2008 tagte die Jury erneut und entschied, dass der Entwurf der Architekten von feld72 & PlanSinn aus Bozen und Wien die beste Basis für die weitere Entwicklung der Verbundeinrichtungen, für die Schulen, die Kita und die Jugendeinrichtungen rund um den Kölner Klingelpützpark ist. Die Jury sieht in dem Entwurf zahlreiche neue Möglichkeiten für den Stadtteil und den Bildungsverbund.
Unmittelbar nach Bekanntgabe des Juryergebnisses haben Anwohnerinnen und Anwohner des Parks deutlich gemacht, dass sie die im Entwurf vorgeschlagenen Eingriffe in den Park nicht mittragen wollen. Am 18. Dezember 2008 hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, einen
Planungsbeirat einzurichten, der den Auftrag bekommt, die Bezirksvertretung Innenstadt und die Fachausschüsse bei der Entwicklung des Rahmenplans zu beraten.
Über weitere Schritte in dem Projekt halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.
Das Kooperationsprojekt "Bildungslandschaft Altstadt Nord" ist ein Modellvorhaben im ExWoSt-Forschungsfeld
Nationale Stadtentwicklungpolitik des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR).




